Botulinumtoxin A in der Behandlung der Zerebralparese – Entwicklung, Pharmakologie und praktische Grundlagen
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Botulinumtoxin A in der Behandlung der Zerebralparese – Entwicklung, Pharmakologie und praktische Grundlagen

Bei Botulinumtoxin A handelt es sich, gemessen an der letalen Dosis pro Körpergewicht, um die giftigste bekannte Substanz. Es hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einem Gegenstand der Biowaffenforschung zu einem etablierten Grundpfeiler der Spastiktherapie entwickelt. Bei der Zerebralparese, einer nicht progredienten Störung der fetalen oder neonatalen Hirnentwicklung, ermöglicht die gezielte intramuskuläre Injektion eine reversible, fokale Schwächung der spastischen Muskulatur und damit neben einer Verbesserung von Gangbild und Alltagsfunktion auch die gezielte Förderung der motorischen Entwicklung. Voraussetzung für den Therapieerfolg ist die klinische Differenzierung zwischen einer dynamischen Kontraktur, die sich passiv korrigieren lässt und die ideale Indikation darstellt, und einer strukturellen Kontraktur, bei der dem Botulinumtoxin A keinerlei Wirkung auf das kontrakte Gewebe zukommt und operative Verfahren erforderlich werden.Die Wirkung von Botulinumtoxin A beruht auf der irreversiblen Spaltung des synaptosomal-assoziierten Membranproteins 25 kDa (SNAP-25) an der neuromuskulären Endplatte und der daraus resultierenden Hemmung der Acetylcholinfreisetzung. Hieraus ergeben sich unmittelbare Konsequenzen für Dosierung, Rekonstitution und Injektionstechnik. Im Rahmen moderner Behandlungsstrategien ist Botulinumtoxin A als Baustein eines multimodalen, interdisziplinär abgestimmten Konzeptes zu verstehen, dessen Fundament die kontinuierliche Physiotherapie bildet und das durch Hilfsmittel, orale Medikation und operative Maßnahmen ergänzt wird.

Diagnose und Therapie neurogener Blasenfunktionsstörungen
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Diagnose und Therapie neurogener Blasenfunktionsstörungen

Als neurogene Blasenfunktionsstörungen (nBFS) werden Dysfunktionen der Harnblase bezeichnet, die durch eine Fehlfunktion oder Verletzung des Nervensystems verursacht werden – etwa durch Rückenmarkverletzungen, Spina bifida, Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Morbus Parkinson. Der Leidensdruck ist groß, da Pollakisurie, Harndrang und Harninkontinenz die Lebensqualität erheblich einschränken. Als Screeningmethode dient die sonografisch oder mit Einmalkatheter durchgeführte Restharnmessung. Die Therapie orientiert sich an der zugrunde liegenden Pathophysiologie, der klinischen Symptomatik und den individuellen Patientenbedürfnissen; primäres Ziel ist der Schutz des oberen Harntraktes und der Erhalt der Nierenfunktion.Die medikamentöse Erstlinientherapie der neurogenen Detrusorüberaktivität basiert neben allgemeinen Maßnahmen vor allem auf Antimuskarinika. β3-Adrenozeptoragonisten wie Mirabegron oder Vibegron können zur Symptomkontrolle erwogen werden, beim Erwachsenen jedoch off Label. Da die Adhärenz aufgrund von Nebenwirkungen häufig unzureichend ist, kommt den Zweitlinientherapien große Bedeutung zu: Die Injektion von Botulinumtoxin A – inzwischen mit zwei in Deutschland zugelassenen Präparaten – und die sakrale Neuromodulation sind fest etabliert und zeichnen sich durch gute klinische Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit aus.

Herausfordernde Fälle der Botulinumtoxin-Behandlung bei Bewegungsstörungen – klinische Analyse, anatomische Überlegungen und Differenzialdiagnostik
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Herausfordernde Fälle der Botulinumtoxin-Behandlung bei Bewegungsstörungen – klinische Analyse, anatomische Überlegungen und Differenzialdiagnostik

Botulinumtoxin (BoNT) wurde in über drei Jahrzehnten für eine Vielzahl neurologischer Indikationen zugelassen und gehört in der symptomatischen Behandlung der zervikalen Dystonie und der spastischen Bewegungsstörungen zur leitliniengerechten Therapie. Bei der Mehrzahl der Patienten gelingt mit standardisierten Injektionsschemata rasch ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ein kleinerer, aber klinisch wichtiger Anteil zeichnet sich jedoch durch ungewöhnliche oder komplexe Muster aus, die eine detaillierte klinische Analyse und anatomische Überlegungen erfordern.Die vorliegende Fortbildung stellt anhand realer Fallvignetten aus der Bewegungsstörungssprechstunde ein systematisches Vorgehen dar: das Achsenkonzept zur Beschreibung der Kopffehlstellung, die Auswahl der Zielmuskeln nach ihrer Funktion, die entscheidende Rolle der Differenzialdiagnostik – insbesondere die Frage nach einer Parese und nach sekundären oder strukturellen Ursachen – sowie die Übertragung des anatomisch-funktionellen Denkens auf schwer zugängliche Regionen wie die Zehen und die obere Extremität. Ziel ist nicht die Vermittlung starrer Schemata, sondern eines klinischen Denkprozesses, der auch in sehr individuellen und komplexen Konstellationen zielführende Therapieentscheidungen ermöglicht.

Neurologie

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Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen erkennen und multimodal behandeln
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Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen erkennen und multimodal behandeln

Der Clusterkopfschmerz ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, die durch streng einseitige, vor allem retroorbital lokalisierte stärkste Schmerzen und durch begleitende autonome Symptome wie Rötung, Schwellung und Schwitzen gekennzeichnet ist. Die Attacken dauern unbehandelt regelhaft 15 bis 180 Minuten an und treten oft in einer zeitlichen Rhythmik gehäuft nachts oder in den frühen Morgenstunden auf. Unterschieden wird zwischen episodischem (80 % der Fälle) und chronischem Verlauf. Der Clusterkopfschmerz gehört zu den trigeminoautonomen Kopfschmerzerkrankungen (TAK) und ist diagnostisch von anderen TAK abzugrenzen. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand der Anamnese und neurologischen Untersuchung. Die Versorgungslage ist oft unzureichend, mit langen Diagnoseverzögerungen und Therapiebarrieren. Die Therapie umfasst Akutbehandlung (vor allem mit Sauerstoffinhalation, subkutanem Sumatriptan und intranasalem Zolmitriptan) sowie Prophylaxe (Verapamil, Kortikosteroide, jeweils off Label, sowie Lithium). Nicht medikamentöse Optionen wie okzipitale Nervenstimulation oder Stimulation des Ganglion sphenopalatinum sind therapierefraktären Fällen vorbehalten.

Häufig übersehen: Komorbiditäten bei Typ-2-Diabetes
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Häufig übersehen: Komorbiditäten bei Typ-2-Diabetes

Bei allen Diabetesformen handelt es sich um Systemerkrankungen, die häufig mit Multimorbidität einhergehen. Typ-2-Diabetes und die Behandlung seiner Komplikationen und Begleiterkrankungen spielen in der hausärztlichen Versorgung eine zunehmend große Rolle. Für eine optimale Behandlung der Komorbiditäten sind neben der richtigen Blutzuckereinstellung zusätzliche Kenntnisse erforderlich. Neben den allgemein bekannten Komorbiditäten des Diabetes wie Polyneuropathie, Kardiomyopathie, zerebrale Durchblutungsstörungen und Nephropathie gibt es bedeutende, aber häufig verkannte Komorbiditäten wie die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), die kardiale autonome diabetische Neuropathie, Sexualstörungen bei Frauen und Männern, diabetesassoziierte Hauterkrankungen sowie Probleme der oralen Gesundheit. Wenig beachtet wird, dass nicht nur die endokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse bei Menschen mit Diabetes beeinträchtigt ist, sondern oftmals eine exokrine Pankreasinsuffizienz vorliegt, die auch bei bekannter Diagnose häufig nicht optimal behandelt wird.

Optimierte Migräneakuttherapie: Praktische Strategien für den Behandlungserfolg in der Primärversorgung
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Optimierte Migräneakuttherapie: Praktische Strategien für den Behandlungserfolg in der Primärversorgung

Die Migräne ist eine komplexe, genetisch determinierte neurologische Erkrankung mit hoher Krankheitslast, deren Versorgung in Deutschland sowohl in der Akuttherapie als auch in der Prophylaxe erhebliches Optimierungspotenzial aufweist. Eine wirksame Akuttherapie setzt eine systematische Charakterisierung der Attacke voraus, wie z. B. Schmerzintensität und Geschwindigkeit des Attackenaufbaus, individuelle am meisten beeinträchtigende Symptome (Most-Bothersome-Symptom), Auftreten von Übelkeit und Erbrechen. Dies hat Konsequenzen für die Auswahl der Attackentherapie, für ihre Dosierung und Applikationsform. Berücksichtigt werden müssen bei der Beurteilung der Wirksamkeit das Ansprechen innerhalb von zwei Stunden (Schmerzfreiheit oder Schmerzreduktion), das Auftreten von Wiederkehrkopfschmerz und die bisherigen Therapieerfahrungen der Patienten.Analgetika sowie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) sind bei leichten bis mittelschweren Attacken in ausreichend hoher Dosierung indiziert; Triptane sind Mittel der Wahl bei moderaten und schweren Attacken sowie bei fehlendem Ansprechen auf Schmerzmittel. Auf Grundlage der guten Wirksamkeit und Verträglichkeit in Studien können Eletriptan und Rizatriptan als initiale Verordnung empfohlen werden. Die frühzeitige Einnahme, die adäquate Dosierung und die passende Darreichungsform sind Faktoren, die die Wirkung verbessern können. Eine unzureichende Akuttherapie hingegen erhöht den Bedarf an Medikation, erhöht das Risiko des Entstehens eines Kopfschmerzes durch Medikamentenübergebrauch und das Chronifizierungsrisiko.

Verbesserung der Versorgung von Patienten mit spastischer Bewegungsstörung nach Schlaganfall: Diskussion des deutschen Konsensus und seiner Umsetzung
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Verbesserung der Versorgung von Patienten mit spastischer Bewegungsstörung nach Schlaganfall: Diskussion des deutschen Konsensus und seiner Umsetzung

Nach einem Schlaganfall entwickeln bis zu 43 % der Patienten eine spastische Bewegungsstörung (englisch „spastic movement disorder“, SMD). Eine medikamentöse Behandlung mit Botulinum Neurotoxin A (BoNT-A) wird bei funktions- oder alltagsrelevanter SMD empfohlen, um Komplikationen vorzubeugen. Jedoch besteht in Deutschland eine deutliche Unterversorgung von Patienten mit SMD, wie aus aktuellen Versorgungsdaten hervorgeht. Ziel eines Expertentreffens im April 2022 war es, Lösungsansätze für diese Unterversorgung zu diskutieren und konsentierte Empfehlungen zur Verbesserung der Versorgung zu formulieren. Als Gründe für die Unterversorgung von Patienten mit SMD nach Schlaganfall wurden v. a. mangelndes Bewusstsein bei Ärzten, Kapazitätsengpässe, Informationsmängel im Entlassungsmanagement und Personalmangel in spezialisierten Einrichtungen identifiziert. Das Gremium hat einen Patientenpfad erarbeitet, der Patienten mit SMD einer rechtzeitigen BoNT-A-Therapie in Kombination mit physikalischen Maßnahmen zuführen soll. Hiermit sollen Versorgungslücken geschlossen und eine leitliniengerechte Behandlung sichergestellt werden.

Update: Bildgebung bei Multipler Sklerose – ein fallbasierter Ansatz
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Update: Bildgebung bei Multipler Sklerose – ein fallbasierter Ansatz

Die Diagnose der Multiplen Sklerose (MS) basiert auf dem Nachweis einer örtlichen und zeitlichen Dissemination demyelinisierender Läsionen im zentralen Nervensystem sowie auf dem Ausschluss anderer wichtiger Diffrenzialdiagnosen. Die Diagnosekriterien nach McDonald von 2024 folgen diesen Prinzipien und berücksichtigen neue Erkenntnisse zur Magnetresonanztomografie-(MR-)Bildgebung. Sie betonen auch die Bedeutung der Liquordiagnostik für die schubförmige Verlaufsform der MS. Das übergeordnete Ziel ist die möglichst frühe und zuverlässige Diagnosestellung, um den zeitnahen Beginn einer verlaufsmodifizierendenTherapie zu ermöglichen.Um den effizienten Einsatz der MRT in der klinischen Routine sicherzustellen, wurden die Empfehlungen zur Anwendung der MRT bei der Diagnose und Überwachung der MS von einem Expertengremium überarbeitet. Dabei wurden neue Entwicklungen und Erkenntnisse berücksichtigt, einschließlich der Diskussion um den Einsatz Gadolinium-basierter Kontrastmittel.Die Rolle der spinalen MRT wurde aufgewertet, da sie insbesondere bei der Diagnosestellung wertvoll sein kann. Zusätzlich ist eine Standardisierung der MRT-Protokolle für Gehirn und Rückenmark wichtig, um eine bessere Interpretation und Vergleichbarkeit der Befunde zu gewährleisten. Für die zerebrale Bildgebung ist hierbei insbesondere die FLAIR-Sequenz (FLAIR: „fluid-attenuated inversion recovery”), wenn möglich als 3-D-Sequenz, von Bedeutung.

Management der spastischen Bewegungsstörung der unteren Extremität
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Management der spastischen Bewegungsstörung der unteren Extremität

Die spastische Bewegungsstörung zählt zu den häufigsten Komplikationen nach Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie tritt besonders häufig nach einem Schlaganfall auf. Die SMD kann Ausdruck eines „upper motor neuron syndrome“ (UMNS) und umfasst insbesondere die sogenannten Plusphänomene: gesteigerte Muskeleigenreflexe, Kloni, spastische Dystonien und eine geschwindigkeitsabhängige Zunahme des Muskeltonus. Bei einem Teil der Betroffenen zeigen sich progrediente Symptome, die in eine behandlungsbedürftige Spastizität münden. Diese ist oftmals mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Gelenkmotilität, der allgemeinen Mobilität, der Selbstversorgung sowie der sozialen Teilhabe verbunden und geht nicht selten mit belastenden Schmerzen einher. Bei chronischem Verlauf können sekundäre strukturelle Veränderungen des muskuloskelettalen Apparates auftreten, die bis zu fixierten Kontrakturen mit bindegewebigem Umbau reichen. Die Therapieindikation erfordert eine differenzierte Beurteilung und orientiert sich an der funktionellen Relevanz des spastischen Syndroms. Ein strukturiertes, interdisziplinäres und multiprofessionelles Vorgehen ist dabei essenziell für eine effektive Versorgung. Oberstes Ziel der Therapie ist die Verbesserung aktiver und passiver Funktionen. Dazu zählen insbesondere der Erhalt der Gehfähigkeit, falls begleitende Schmerzen vorhanden sind die Schmerzlinderung sowie eine Kontrakturprophylaxe. Die Injektionstherapie mit Botulinumtoxin Typ A (BoNT-A) ist ein zentraler Bestandteil multimodaler Therapiekonzepte bei fokaler, multifokaler oder segmentaler SMD der unteren Extremität. Die Wirksamkeit ist durch zahlreiche prospektive Studien belegt.

Update Opioid-induzierte Obstipation
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Update Opioid-induzierte Obstipation

Opioide werden bei vielen unterschiedlichen Schmerzsyndromen, wie beispielsweise bei chronischen Nichttumorschmerzen, eingesetzt. Eine der häufigsten Nebenwirkungen der Opioidtherapie ist die opioidinduzierte Obstipation (engl. opioid-induced constipation, OIC), die bei den Betroffenen mit signifikanten Einschränkungen des Wohlbefindens und der Lebensqualität einhergehen. Zudem führt die OIC aufgrund vielfältiger Symptome nicht selten zu einem Abbruch der analgetisch wirksamen Opioidtherapie. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Opioidtherapie in der Schmerzbehandlung wurden in den vergangenen Jahren auch neue Therapieansätze zur Behandlung der OIC entwickelt. Heutzutage stellen peripher wirkende µ-Opioidrezeptor-Antagonisten (PAMORA) nach unzureichender Wirksamkeit von Basismaßnahmen sowie Laxanzien den Standardtherapieansatz mit einer andauernden Wirksamkeit hinsichtlich der OIC ohne Verminderung der analgetischen Wirkung der Opioidtherapie dar. In dieser Fortbildung erhalten Sie Informationen zu den Symptomen und der Pathophysiologie der OIC sowie den verschiedenen diagnostischen Verfahren. Des Weiteren wird die leitlinienkonforme Behandlung der OIC einschließlich der neuesten Therapiemöglichkeiten und verschiedener Wirkmechanismen dargestellt.

Der Migränepatient: Effektive Strategien der nicht pharmakologischen Prophylaxe
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Der Migränepatient: Effektive Strategien der nicht pharmakologischen Prophylaxe

Die Migräne ist eine komplexe primäre Kopfschmerzerkrankung. Sie ist für viele Patienten mit einem hohen Leidensdruck verbunden, der die Notwendigkeit effektiver Behandlungsstrategien unterstreicht. Neben der Akuttherapie ist die Prophylaxe von entscheidender Bedeutung. Eine multimodale Therapie, die sowohl medikamentöse als auch nicht-pharmakologische Ansätze umfasst, bietet die besten Chancen auf Anfallsreduktion. Evidenzbasierte nicht-pharmakologische Therapien zeichnen sich durch ihre Wirksamkeit, gute Verträglichkeit und Nachhaltigkeit aus und ermöglichen eine individuell angepasste Behandlung. Das Ziel aller nicht-medikamentösen Therapieformen ist es, die Häufigkeit von Kopfschmerztagen um mindestens 50% zu reduzieren, die Lebensqualität zu verbessern und das Risiko von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen zu minimieren. Bei Patienten mit Migräne zeigt sich häufig eine Dysfunktion der mitochondrialen Energiegewinnung, was auf einen Mehrbedarf an Mikronährstoffen wie Magnesium, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q10 hinweist. Studien belegen, dass eine gezielte Supplementierung dieser Nährstoffe im Rahmen einer orthomolekularen Prophylaxe Migräneattacken in ihrer Frequenz und Intensität signifikant verringern kann.

Ein Patient viele Baustellen - Von den neurogenerativen Parkinsonsyndromen, über Multiple Sklerose bis zur neurogenen Detrusorüberaktivität
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Ein Patient viele Baustellen - Von den neurogenerativen Parkinsonsyndromen, über Multiple Sklerose bis zur neurogenen Detrusorüberaktivität

Komplexe neurologische Erkrankungen wie neurodegenerative Parkinsonsyndrome oder Multiple Sklerose (MS) gehen mit motorischen und autonomen Symptomen einher und erfordern eine interdisziplinäre Versorgung, insbesondere durch Neurologie und Urologie. Ziel ist eine symptomorientierte Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität. Bei atypischen Parkinsonsyndromen treten neben Tremor und Rigor häufig Dystonien und autonome Störungen auf. Auch die MS verursacht neben motorischen und sensiblen Defiziten autonome Funktionsstörungen, insbesondere neurogene Blasenfunktionsstörungen mit therapierefraktärer Detrusorüberaktivität. Botulinumtoxin Typ A (BoNT-A) ist eine etablierte symptomatische Therapie. Es reduziert überschießende muskuläre Aktivität und wird bei Parkinsonsyndromen zur Behandlung fokaler Dysto nien sowie bei MS bei Spastik und intravesikal bei Detrusorüberaktivität eingesetzt.

Update: Diabetische Neuropathie erfolgreich diagnostizieren und therapieren
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Update: Diabetische Neuropathie erfolgreich diagnostizieren und therapieren

Etwa jeder dritte Mensch mit Diabetes ist von einer diabetischen Neuropathie betroffen. Diese kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken – vor allem durch quälende neuropathische Schmerzen, aber auch durch Missempfindungen oder Taubheitsgefühl in den unteren Extremitäten. Die klinische Untersuchung ergibt neuropathische Defizite (Zeichen) wie Reduktion oder Verlust der Berührungs-, Druck- oder Vibrationsempfindung, die eindeutige Prädiktoren für die Entstehung von Fußulzera und erhöhter Sterblichkeit sind. Fußulzera wiederum erhöhen bei Diabetespatienten die Morbidität und Mortalität erheblich. Trotz potenziell schwerwiegender Folgen wird die diabetische Neuropathie in Deutschland häufig nicht diagnostiziert und nicht therapiert. Daher sollten Diabetespatienten regelmäßig einem Screening auf das Vorliegen einer diabetischen Neuropathie zugeführt und frühzeitig behandelt werden. Die Therapie der diabetischen Neuropathie basiert auf den drei Säulen kausale Therapie, pathogenetisch orientierte Therapie und symptomatische Schmerztherapie. Ergänzend kommen nicht pharmakologische Maßnahmen zum Einsatz.