Impfstrategien für Reisende und Risikogruppen: Bewährtes, Neues und Zukünftiges
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Impfstrategien für Reisende und Risikogruppen: Bewährtes, Neues und Zukünftiges

Moderne Impfstrategien für Reisende und Risikogruppen erfordern eine individualisierte Beratung unter Berücksichtigung von Reiseziel, Exposition und persönlichen Risikofaktoren, wie zum Beispiel Alter oder Immunsuppression sowie Grunderkrankungen. Impfungen gegen Hepatitis A und B gehören zu den klassischen Reiseimpfungen. Bei immunsupprimierten Personen sollten Totimpfstoffe den oralen Lebendimpfstoffen gegen Typhus und Cholera vorgezogen werden. Die präexpositionelle Tollwutimpfung reduziert den postexpositionellen Aufwand in Endemiegebieten erheblich. Die Japanische Enzephalitis erfordert Schutz bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Regionen Asiens. Meningokokken-Impfungen sind für Pilgerreisen und Aufenthalte im Meningitis-Gürtel Afrikas essenziell, aber auch generell bei immunschwachen Personen. Gegen die Chikungunya-Erkrankung stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung, wobei der Viruslike-particle-Impfstoff als Totimpfstoff bei Älteren und Immunschwachen zu bevorzugen ist. Für Dengue stehen zwei Lebendimpfstoffe mit unterschiedlichen Indikationen zur Verfügung; TAK-003 ist zudem auch für seronegative Personen zugelassen. Gelbfieberimpfung ist in Teilen Afrikas und Südamerikas bei Einreise teilweise verpflichtend. Bei Immundefizienten können Lebendimpfstoffe kontraindiziert sein, oft wird hier eine Therapiepause der Immunsuppression bei stabiler Erkrankung empfohlen, damit die Impfung risikoarm durchgeführt werden kann. Impfungen gegen respiratorische Erreger, wie Influenza, SARS-CoV-2, Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) und Pneumokokken, sind bei Indikationsgruppen und als Standardimpfung für Ältere empfohlen, Gleiches gilt für die rekombinante Zoster-Impfung. Innovative mRNA-Technologien, wie bereits zugelassen für COVID-19 und RSV, ermöglichen eine schnelle Impfstoffentwicklung und zukünftig Kombinationsvakzine gegen Influenza und COVID-19 für Risikogruppen.

Polypharmazie im Alter – wie viele Pillen braucht der Mensch?
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Polypharmazie im Alter – wie viele Pillen braucht der Mensch?

Infolge der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Multimorbidität einer alternden Gesellschaft steigt die Zahl der Patienten, die gleichzeitig mehrere, unterschiedliche Medikamente einnehmen. Polypharmazie ist weitverbreitet, aber nicht per se ein Qualitätsproblem. Dennoch erfordert sie besondere Aufmerksamkeit, da sie das Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Arzneimittelwechselwirkungen begünstigt. Daher ist es wichtig, alle regelmäßig eingenommenen Medikamente des Patienten zu kennen und regelmäßig deren Indikation zu überprüfen. Ausgewählte Tools und Listen können dabei helfen, nebenwirkungsreiche beziehungsweise potenziell inadäquate Medikamente (PIM) zu identifizieren und mögliche Alternativen zu finden.

Update Fettleber: Einfluss von Komorbiditäten und neue Therapiemöglichkeiten
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Update Fettleber: Einfluss von Komorbiditäten und neue Therapiemöglichkeiten

Die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) ist die häufigste Lebererkrankung in der westlichen Welt. Das Erkrankungsspektrum reicht von einer einfachen Leberverfettung, der sogenannten Steatose, über entzündliche Veränderungen bis hin zur Leberfibrose. Die MASLD ist Bestandteil eines pathogenetischen Netzwerkes verschiedener Stoffwechsel- und kardiovaskulärer Erkrankungen. Insbesondere die Insulinresistenz und der Typ-2-Diabetes spielen eine wichtige pathophysiologische Rolle und sind auch mit der Progression assoziiert. Trotz der hohen Prävalenz bleibt MASLD häufig unentdeckt, weshalb die Nutzung effizienter Screening-Verfahren in der Praxis essenziell ist. Die Basistherapie besteht aus strukturiertem Gewichtsverlust und der Behandlung metabolischer sowie kardiovaskulärer Komorbiditäten. Spezifische zugelassene Therapien fehlen derzeit noch, jedoch zeigen erste Ergebnisse aus klinischen Studien, dass Antidiabetika und Adipositas-Medikamente, insbesondere Inkretinmimetika, positive Effekte auf die Leberhistologie haben können. Die pharmakologischen Innovationen entwickeln sich in den letzten Jahren dynamisch. Inkretinmimetika und neue Wirkstoffe wie THR-β-Agonisten, PPAR-Agonisten und FGF21-Analoga zeigen vielversprechende Ergebnisse in klinischen Phase-II- und Phase-III-Studien.

CME-Fortbildungen Allgemeinmedizin

Aktuelle, praxisrelevante CME-Fortbildungen zu Diagnostik, Therapie und Prävention für Hausärzte. Aktuelle Leitlinien zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Hypertonie und COPD werden ebenso behandelt wie Themen der Geriatrie, Schmerztherapie und psychosomatischen Grundversorgung. Erwerben Sie CME-Punkte durch zertifizierte Online-Kurse.

Kommende Live-Events:
Prof. Alireza Mirshahi, F.E.B.O.
Dr. med. Astrid Sader-Moritz
LIVE am 26.03.202619:00-20:30 Uhr
Wenn die Dioptrien davonlaufen: Myopie bremsen statt nur korrigierenJetzt kostenlos anmelden
Prof. Vincent Brandenburg
Prof. Mark Lüdde
LIVE am 14.04.202619:00-20:30 Uhr
Hyperkaliämie-Management: Brauchen wir noch Kaliumbinder?Jetzt kostenlos anmelden
Lesenswertes:
Aufzeichnung CME Lounge
Impfstrategien für Reisende und Risikogruppen: Bewährtes, Neues und Zukünftiges
Live-Fortbildung mit der Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Prof. Dr. med. Martina Prelog und der Hausärztin Dr. med. Petra Sandow.
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Morbus Fabry – eine interdisziplinäre Herausforderung
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Morbus Fabry – eine interdisziplinäre Herausforderung

Morbus Fabry ist eine multisystemische, progredient verlaufende lysosomale Speicherkrankheit. Die Pathophysiologie beruht auf Mutationen des Alpha Galactosidase A-Gens. Die klinischen Manifestationen betreffen fast alle Organsysteme, insbesondere Niere, Herz und Nervensystem. Es können sich aber auch Auffälligkeiten an Haut, Gastrointestinaltrakt, Augen und Innenohr zeigen. Erste Symptome treten bereits in der Kindheit auf, wobei männliche Patienten früher und meist schwerer betroffen sind als weibliche. Aufgrund der unspezifischen, heterogenen Symptomatik ist die Erkrankung jedoch nicht einfach zu erkennen. Die korrekte Diagnose wird daher oft erst mit großer Verzögerung im Erwachsenenalter gestellt. Mit einer frühen Diagnose und zeitnahen Therapie können irreversible Organschäden vermieden oder verzögert und schließlich die Lebenserwartung verbessert werden. Als spezifische Therapien stehen die Enzymersatztherapie und die Chaperontherapie zur Verfügung. Die Diagnostik kann mittels einfachem Trockenbluttest von jedem Facharzt durchgeführt werden. Diagnosesicherung und Therapieentscheidung sollten in spezialisierten Zentren interdisziplinär erfolgen.

Update Hyperlipidämie-Management
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Update Hyperlipidämie-Management

Die atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung bleibt mit jährlich über vier Millionen Todesfällen die führende Todesursache in Europa. Das Management folgt laut ESC 2025 einer strikten Risikostratifizierung zur Definition der LDL-Zielwerte, wobei der SCORE2-Algorithmus das primäre Tool zur Einschätzung des 10-Jahres-Risikos darstellt. Patienten mit dokumentierter Gefäßerkrankung oder Diabetes mit Organschäden gehören zur sehr hohen Risikogruppe mit einem Zielwert von unter 55 mg/dl. Bei familiärer Hypercholesterinämie oder einem SCORE2-Wert für ein hohes Risiko gilt ein Zielwert von unter 70 mg/dl. Für das moderate Risiko liegt die Schwelle bei unter 100 mg/dl und für das niedrige Risiko bei unter 116 mg/dl. Zur Präzisierung dienen Lipoprotein(a) sowie bildgebende Verfahren wie der Koronarkalk-Score oder der Karotis-Duplex. Die Therapie kaskadiert von der Lifestylemodifikation über Statine und Ezetimib bis hin zu Bempedoinsäure oder PCSK9-Inhibitoren. Bei Muskelbeschwerden ist eine strukturierte Abklärung sowie ein Statinwechsel oder eine modifizierte Re-Challenge empfohlen.

COPD und Herz: Kardiovaskuläre Risiken medikamentös beeinflussen
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COPD und Herz: Kardiovaskuläre Risiken medikamentös beeinflussen

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist weltweit eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität. Verlauf und Prognose der COPD werden von verschiedenen klinischen Faktoren beeinflusst, wobei Komorbiditäten eine wichtige Rolle spielen. Nahezu jeder COPD-Patient weist eine oder mehr als eine Begleiterkrankung auf. Kardiovaskuläre Erkrankungen, darunter koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinsuffizienz und Arrhythmien, sind die häufigsten koexistierenden Krankheitsbilder bei COPD-Patienten und eine der Hauptursachen für die Mortalität in dieser Bevölkerungsgruppe. Sie werden wegen der sich überlappenden Symptomatik oft nicht erkannt. Zudem werden Medikamente häufig aus unbegründeter Sorge vor Nebenwirkungen zurückbehalten. Erfahren Sie u. a., wie Exazerbation und kardiale Ereignisse zusammenhängen und wie bei COPD eine Herzinsuffizienz in der Hausarztpraxis erkannt und behandelt werden kann.

Update Herpes Zoster
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Update Herpes Zoster

Beim Herpes Zoster kommt es zu meist stark schmerzenden, sich oftmals zunächst in der Gürtelregion ausbildenden Hautläsionen. Ursache ist eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Dieses kann zwei klinische Krankheitsbilder ausbilden: Die Windpocken als Primärinfektion sowie die Gürtelrose als Sekundärmanifestation infolge einer Reaktivierung der in Nervenzellen persistierenden Viren. Die Inzidenz des Zoster ist vor allem bei älteren und bei immungeschwächten Personen hoch und zudem steigend. Die Erkrankung kann spontan ausheilen. Sie kann andererseits auch einen schweren, potenziell lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Es können zudem Komplikationen wie eine Post-Zoster-Neuralgie auftreten, die mit starken Schmerzen und einem erheblichen Lebensqualitätsverlust einhergeht. Ziel der Behandlung ist es, das Komplikationsrisiko zu minimieren und zudem eine schnelle Linderung der Akutsymptomatik zu erreichen. Hierbei kommt der antiviralen Therapie ein besonderer Stellenwert zu. Diese sollte möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der Hautsymptome oder innerhalb von 48 Stunden nach Manifestation der charakteristischen Hautbläschen eingeleitet werden. Es stehen vier verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die sich in ihrer antiviralen Potenz und auch in ihrem Einnahmemodus voneinander unterscheiden. Zur Prävention des Herpes Zoster sind in Deutschland mittlerweile zwei Impfstoffe zugelassen.

Aktuelles Lipidmanagement: Ein Update
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Aktuelles Lipidmanagement: Ein Update

Erhöhte Serumkonzentrationen von Low Density Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) sind ein wesentlicher kausaler Risikofaktor für Atherosklerose und kardiovaskuläre Ereignisse. Daher stellt LDL-C den zentralen Parameter im Kontext des Therapiemanagements der Dyslipidämie dar. Die aktuellen Leitlinien der European Society of Cardiology und der European Atherosclerosis Society (ESC/EAS) empfehlen bei Patienten mit sehr hohem kardiovaskulären Risiko einen LDL-C-Zielwert unter 55 mg/dl und eine Reduktion um mindestens 50 % des LDL-C-Ausgangswertes. Lebensstilmaßnahmen wie Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Rauchverzicht stellen die Basis des kardiovaskulären Risikomanagements dar. Statine werden nach wie vor als medikamentöse Erstlinientherapie eingesetzt. In der klinischen Routine werden die empfohlenen LDL-C-Zielwerte jedoch häufig nicht erreicht. Ein Grund hierfür ist die oftmals unzureichende Ausschöpfung verfügbarer lipidsenkender Wirkstoffe, die neben Statinen v. a. Ezetimib und PCSK9-(Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9-)Antikörper beinhalten. Inzwischen stehen neue Lipidsenker wie Inclisiran und die Bempedoinsäure zur Verfügung. Nahrungsergänzungsmittel können eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz
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Medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz ist ein klinisches Syndrom, das durch strukturelle oder funktionelle kardiale Anomalien entsteht und zu reduzierter Auswurfleistung oder erhöhten intrakardialen Drücken führt. Die Prävalenz liegt bei den >70-Jährigen bei 10 %, und sie ist die häufigste Ursache für stationäre Einweisungen. Die moderne Therapie der Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Ejektionsfraktion ruht auf den „Fantastic Four“: ARNI/ARB/ACE-Hemmer, Betablocker, MRA und SGLT2-Inhibitoren. Studien wie STRONG-HF belegen, dass eine rasche Initiierung und intensive Aufdosierung dieser Therapie die Mortalität und Hospitalisierungsrate signifikant senken. In der Praxis besteht jedoch oft eine Unterversorgung, insbesondere bei der Erreichung der Zieldosen. Ein moderater Kreatininanstieg bis 30 % ist dabei initial oft tolerabel und spiegelt die gewollte hämodynamische Entlastung der Nieren wider. Bei Komplikationen wie Hyperkaliämie können moderne Kaliumbinder das Absetzen der prognoseverbessernden Therapie verhindern. Vorhofflimmern ist eine häufige Begleiterkrankung und bedarf einer oralen Antikoagulation.

Ein Patient viele Baustellen - Von den neurogenerativen Parkinsonsyndromen, über Multiple Sklerose bis zur neurogenen Detrusorüberaktivität
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Ein Patient viele Baustellen - Von den neurogenerativen Parkinsonsyndromen, über Multiple Sklerose bis zur neurogenen Detrusorüberaktivität

Komplexe neurologische Erkrankungen wie neurodegenerative Parkinsonsyndrome oder Multiple Sklerose (MS) gehen mit motorischen und autonomen Symptomen einher und erfordern eine interdisziplinäre Versorgung, insbesondere durch Neurologie und Urologie. Ziel ist eine symptomorientierte Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität. Bei atypischen Parkinsonsyndromen treten neben Tremor und Rigor häufig Dystonien und autonome Störungen auf. Auch die MS verursacht neben motorischen und sensiblen Defiziten autonome Funktionsstörungen, insbesondere neurogene Blasenfunktionsstörungen mit therapierefraktärer Detrusorüberaktivität. Botulinumtoxin Typ A (BoNT-A) ist eine etablierte symptomatische Therapie. Es reduziert überschießende muskuläre Aktivität und wird bei Parkinsonsyndromen zur Behandlung fokaler Dysto nien sowie bei MS bei Spastik und intravesikal bei Detrusorüberaktivität eingesetzt.

Update Osteoporose: Prävalenz, Diagnostik und Therapie
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Update Osteoporose: Prävalenz, Diagnostik und Therapie

Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die mit einer abnehmenden Knochenmasse und einer mikroarchitektonischen Verschlechterung des Knochengewebes einhergeht, was zu einer erhöhten Brüchigkeit der Knochen und einem signifikanten Frakturrisiko führt. Im Jahr 2023 erfolgte durch den Dachverband Osteologie (DVO) eine umfassende Überarbeitung der S3-Leitlinie zur Diagnostik, Prophylaxe und Therapie der Osteoporose. Durch die Einführung eines neuartigen Frakturrisikomodells soll die erhebliche Behandlungslücke in der Versorgung von Patienten mit Osteoporose geschlossen werden. Um die Therapieadhärenz zu verbessern, sollten individualisierte Lösungen durch die Zusammenarbeit von Patienten, Angehörigen sowie Ärzten angestrebt werden. Patienten mit einem sehr hohen Frakturrisiko (=10 % über drei Jahre für Femur- und Wirbelkörperfrakturen) sollen primär mit osteoanabolen Präparaten behandelt werden. Hierfür sind die Wirkstoffe Teriparatid, Romosozumab und seit Dezember 2022 Abaloparatid zugelassen. Bei einer antiresorptiven Behandlung mit Bisphosphonaten und/oder Denosumab ist die seltene, aber ernste Komplikation einer Kiefernekrose zu berücksichtigen.

Testosteronmangel als häufige Nebenwirkung der Opioidtherapie
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Testosteronmangel als häufige Nebenwirkung der Opioidtherapie

Der männliche Testosteronmangel mit Symptomen ist eine häufig übersehene, aber klinisch bedeutsame Störung mit Auswirkungen auf zahlreiche körperliche und psychische Funktionen. Androgene regulieren u. a. Energie, Stimmung, Libido, Stoffwechsel, Muskel- und Knochengewebe sowie kardiovaskuläre Prozesse. Viszerale Adipositas, chronische Entzündung und bestimmte Medikamente – vor allem Opioide, aber auch manche Antidepressiva und Antikonvulsiva – können die Testosteronproduktion hemmen. Die Folgen reichen von Antriebsarmut, depressiven Symptomen und sexuellen Funktionsstörungen bis hin zu erhöhter Schmerzempfindlichkeit, metabolischen Störungen und erhöhter Mortalität.Evidenz zeigt, dass eine gezielte Diagnostik und – bei nachgewiesenem Mangel – eine Testosterontherapie Symptome lindern, Schmerzschwellen erhöhen und die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern kann. Eine Kombination aus Lebensstilintervention, Optimierung der Analgetikatherapie und interdisziplinärer Betreuung ermöglicht eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität.

Akute Rhinosinusitis – Brauchen wir noch Antibiotika?
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Akute Rhinosinusitis – Brauchen wir noch Antibiotika?

Die meisten akuten Rhinosinusitiden werden durch eine virale Infektion ausgelöst, was der wichtigste Grund dafür ist, bei diesem sehr häufigen Krankheitsbild keine Antibiotika zu verordnen. Diese sollten laut S2k-Leitlinie Rhinosinusitis nur bei schweren Krankheitsverläufen mit starken Schmerzen und Fieber sowie bei Patienten mit besonderen Risikofaktoren eingesetzt werden, wobei Amoxicillin nach wie vor an erster Stelle der Empfehlungen steht. Die Situation in der Praxis stellt sich aber oft anders dar: Es werden weltweit noch immer zu viele Antibiotika eingesetzt, was die globale Resistenzentwicklung befeuert. Strategien im Rahmen des Antibiotic Stewardship – wie eine kalkulierte Antibiotikatherapie – können helfen, die Selektion resistenter Subklone einzuschränken. Antibiotika können nicht nur zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen, sondern schädigen nachhaltig die Mikrobiota, wie das Darmmikrobiom. Evidenzbasierte Phytotherapeutika vermindern nicht nur die Symptome einer akuten Rhinosinusitis und sind gut verträglich, sondern schädigen auch nicht das Darmmikrobiom.