Vitamin-D-Mangel bei Risikogruppen – rationale Bestimmung und Substitution
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Vitamin-D-Mangel bei Risikogruppen – rationale Bestimmung und Substitution

Das sog. „Sonnenhormon“ Vitamin D erfüllt wichtige Funktionen in zahlreichen Organsystemen. Dabei ist Vitamin-D-Mangel insbesondere in den nördlicheren Breitengraden sehr verbreitet. Zahlreiche Studien postulieren Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Mangel und einer Vielzahl von Gesundheitsrisiken. Dazu gehören z. B. Typ-2-Diabetes, Depression und Brustkrebs. Bei nachgewiesenem Vitamin-D-Mangel wird stets eine bedarfsgerechte Vitamin-D-Substitution empfohlen. Bis dato ist eine Vitamin-D-Supplementation ohne nachgewiesenen Mangel für wenige Indikationen fest etabliert. Dazu gehören v. a. osteoporotische Frakturen. Bestimmte Populationen weisen ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel auf, z. B. ältere Menschen und Personen mit geringer Sonnenexposition. Zudem weisen Patienten und Patientinnen mit chronischen Erkrankungen des Verdauungstraktes, der Leber und der Niere häufig einen ungedeckten Vitamin-D-Bedarf auf. Es herrscht oftmals Unklarheit bezüglich Indikation und korrekter Durchführung einer Vitamin-D-Bestimmung und -Substitution. Ebenso ist der Stellenwert einer Kombination von Vitamin D mit anderen Mikronährstoffen nicht abschließend geklärt.

Update: Der Divertikelpatient in der Praxis
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Update: Der Divertikelpatient in der Praxis

Etwa zwei Drittel der älteren Bevölkerung in den westlichen Ländern entwickelt eine Divertikulose. Zum überwiegenden Teil bleibt diese asymptomatisch, doch in etwa 20 % der Fälle kommt es zu persistierenden Beschwerden oder zu einer Divertikulitis. Die Typen der Divertikelkrankheit lassen sich gemäß ihrer Pathologie, ihres Verlaufes und Komplikationsgrades differenziert unterteilen. Häufig sind chronische und rezidivierende Verläufe, daher ist die Abgrenzung der Typen sowie die entsprechende Anpassung von Therapie und Präventionsmaßnahmen von großer Bedeutung.

Idiopathische überaktive Blase (iOAB) – Update 2026
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Idiopathische überaktive Blase (iOAB) – Update 2026

Bei der idiopathischen überaktiven Blase („idiopathic overactive bladder“, iOAB) handelt es sich um einen weitverbreiteten Symptomenkomplex mit dem Kernsymptom imperativer Harndrang. Dieser tritt mit oder ohne Dranginkontinenz auf und wird zumeist begleitet von Pollakisurie und Nykturie. Die Erkrankung führt häufig zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Sie stellt zudem eine hohe gesundheitsökonomische Belastung dar. Bei geriatrischen Patienten geht die Harninkontinenz häufig mit einer Multimorbidität einher.Im Rahmen der Diagnostik gilt es vor allem, andere Ursachen von Harndrang auszuschließen. Behandlungsziel ist die Reduktion des imperativen Harndranges sowie der begleitenden Symptome und damit einhergehend die Verbesserung der Lebensqualität. Das therapeutische Spektrum reicht von allgemeinen alltäglichen Maßnahmen über ein Blasen- und Beckenbodentraining bis hin zu einer Pharmakotherapie und zu minimalinvasiven Verfahren wie Injektion von OnabotulinumtoxinA und der Neuromodulation. Für die medikamentöse Therapie stehen neben den Anticholinergika mit Mirabegron und dem seit 2024 zugelassenen Vibegron zwei β3-Adrenozeptoragonisten zur Verfügung. Erstmals sind zudem digitale Gesundheitsanwendungen zur strukturierten Verhaltenstherapie verordnungsfähig. Die prophylaktische Gabe von Antibiotika im Rahmen von minimalinvasiven Verfahren sollte den Prinzipien des Antibiotic Stewardship folgen. Chirurgische Eingriffe stellen eine Ultima Ratio dar.

Allgemeinmedizin

Aktuelle, praxisrelevante CME-Fortbildungen zu Diagnostik, Therapie und Prävention für Hausärzte. Aktuelle Leitlinien zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Hypertonie und COPD werden ebenso behandelt wie Themen der Geriatrie, Schmerztherapie und psychosomatischen Grundversorgung. Erwerben Sie CME-Punkte durch zertifizierte Online-Kurse.

Kommende Live-Events:
Dr. med. Petra Sandow
Dr. med. Katharina Blume
LIVE am 18.11.2026 | 19:00–20:00 Uhr
Infekt, Sport & BelastbarkeitZur Veranstaltung
Lesenswertes:
Aufzeichnung CME Lounge
Impfstrategien für Reisende und Risikogruppen: Bewährtes, Neues und Zukünftiges
Live-Fortbildung mit der Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Prof. Dr. med. Martina Prelog und der Hausärztin Dr. med. Petra Sandow.
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Diagnose und Therapie neurogener Blasenfunktionsstörungen
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Diagnose und Therapie neurogener Blasenfunktionsstörungen

Als neurogene Blasenfunktionsstörungen (nBFS) werden Dysfunktionen der Harnblase bezeichnet, die durch eine Fehlfunktion oder Verletzung des Nervensystems verursacht werden – etwa durch Rückenmarkverletzungen, Spina bifida, Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Morbus Parkinson. Der Leidensdruck ist groß, da Pollakisurie, Harndrang und Harninkontinenz die Lebensqualität erheblich einschränken. Als Screeningmethode dient die sonografisch oder mit Einmalkatheter durchgeführte Restharnmessung. Die Therapie orientiert sich an der zugrunde liegenden Pathophysiologie, der klinischen Symptomatik und den individuellen Patientenbedürfnissen; primäres Ziel ist der Schutz des oberen Harntraktes und der Erhalt der Nierenfunktion.Die medikamentöse Erstlinientherapie der neurogenen Detrusorüberaktivität basiert neben allgemeinen Maßnahmen vor allem auf Antimuskarinika. β3-Adrenozeptoragonisten wie Mirabegron oder Vibegron können zur Symptomkontrolle erwogen werden, beim Erwachsenen jedoch off Label. Da die Adhärenz aufgrund von Nebenwirkungen häufig unzureichend ist, kommt den Zweitlinientherapien große Bedeutung zu: Die Injektion von Botulinumtoxin A – inzwischen mit zwei in Deutschland zugelassenen Präparaten – und die sakrale Neuromodulation sind fest etabliert und zeichnen sich durch gute klinische Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit aus.

COPD – Risikofaktor Rauchen: Strategien zur Tabakentwöhnung
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COPD – Risikofaktor Rauchen: Strategien zur Tabakentwöhnung

Rauchen ist der größte vermeidbare Risikofaktor für COPD, dennoch rauchen viele Menschen weiter. Fast die Hälfte der COPD-Patienten unternimmt ernsthafte Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei ist die Nutzung von E-Zigaretten nicht empfehlenswert. Diese Fortbildung bietet umfassende Einblicke in die gesundheitlichen Risiken des Rauchens und die Effektivität verschiedener Entwöhnungsstrategien. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle von E-Zigaretten und den Herausforderungen bei der Tabakentwöhnung gewidmet. Erfahren Sie mehr über evidenzbasierte Ansätze und aktuelle Forschungsergebnisse zur Unterstützung Ihrer Patienten bei der Raucherentwöhnung.

Update Kardiologie: Highlights vom ESC 2026
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Update Kardiologie: Highlights vom ESC 2026

Der ESC-Kongress 2026 brachte vier neue Leitlinien: zur Herzinsuffizienz, zur Infarktdefinition und erstmals zur kardialen Rehabilitation und zur chronischen Nierenerkrankung. Die Herzinsuffizienz-Leitlinie kennt nur noch reduzierte (< 50 %) und erhaltene Ejektionsfraktion und vier Substanzklassen als Basistherapie. Die Infarktdefinition wurde mit der Einteilung in primär, sekundär und prozedurbezogen deutlich vereinfacht.Daneben gab es Neues aus der ganzen Breite des Faches, von der Prävention bis zur Intervention: Bei ungeklärter Synkope Älterer mit Bradykardierisiko senkte ein früher Schrittmacher die Rezidivrate. Bei Transthyretin-Amyloidose stehen drei Substanzen zur Wahl, bei nicht obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie wirkte erstmals ein Myosin-Inhibitor. In der Primärprävention senkte Atorvastatin bei Patienten ab 70 Jahren kardiovaskuläre Ereignisse, nicht aber Behinderung und Tod; stumme Atherosklerose fand sich schon mit 40 Jahren. Beim Vorhofflimmern relativierte eine Scheinprozedur den Lebensqualitätsgewinn der Ablation trotz wirksamer Rhythmuskontrolle.

Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen erkennen und multimodal behandeln
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Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen erkennen und multimodal behandeln

Der Clusterkopfschmerz ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, die durch streng einseitige, vor allem retroorbital lokalisierte stärkste Schmerzen und durch begleitende autonome Symptome wie Rötung, Schwellung und Schwitzen gekennzeichnet ist. Die Attacken dauern unbehandelt regelhaft 15 bis 180 Minuten an und treten oft in einer zeitlichen Rhythmik gehäuft nachts oder in den frühen Morgenstunden auf. Unterschieden wird zwischen episodischem (80 % der Fälle) und chronischem Verlauf. Der Clusterkopfschmerz gehört zu den trigeminoautonomen Kopfschmerzerkrankungen (TAK) und ist diagnostisch von anderen TAK abzugrenzen. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand der Anamnese und neurologischen Untersuchung. Die Versorgungslage ist oft unzureichend, mit langen Diagnoseverzögerungen und Therapiebarrieren. Die Therapie umfasst Akutbehandlung (vor allem mit Sauerstoffinhalation, subkutanem Sumatriptan und intranasalem Zolmitriptan) sowie Prophylaxe (Verapamil, Kortikosteroide, jeweils off Label, sowie Lithium). Nicht medikamentöse Optionen wie okzipitale Nervenstimulation oder Stimulation des Ganglion sphenopalatinum sind therapierefraktären Fällen vorbehalten.

Bewegungstherapie mit digitalen Gesundheitsanwendungen bei nicht spezifischem Rückenschmerz
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Bewegungstherapie mit digitalen Gesundheitsanwendungen bei nicht spezifischem Rückenschmerz

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind auf digitalen Technologien basierte Medizinprodukte. DiGA zeichnen sich durch hohe Evidenz-, Qualitäts- und Sicherheits-standards aus und unterliegen klaren regulatorischen Anforderungen. Als Teil der Regelversorgung sind DiGA verordnungsfähig, budgetneutral und ihre Kosten werden von allen gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen. Patientenindividuelle Anpassungen der Trainingsinhalte und die personalisierte Progression der Übungen bilden dabei den Kern bewegungstherapeutischer DiGA. Aktuell bieten die DiGA ViViRA und Kaia Rückenschmerzen eine evidenzbasierte, leitliniengerechte Bewegungstherapie bei nicht spezifischem Rückenschmerz an; eCovery verfolgt ebenfalls einen leitliniengerechten Ansatz.

Prävention neu gedacht: Impfungen als vierte Säule beim kardio-renal-metabolischen Syndrom
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Prävention neu gedacht: Impfungen als vierte Säule beim kardio-renal-metabolischen Syndrom

Infektionen sind für Patienten mit kardiovaskulär-renal-metabolischem Syndrom (englisch „cardiovascular-kidney-metabolic syndrome”, CKM) weit mehr als ein rein infektiöses Problem. Influenza, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), „severe acute respiratory syndrome coronavirus 2” (SARS-CoV-2), Herpes Zoster und Pneumokokken können atherosklerotische Plaques destabilisieren, Thrombosen und Herzrhythmusstörungen fördern, eine Myokarditis auslösen und die Gesamtmortalität weit über die akute Krankheitsphase hinaus erhöhen. Damit rückt die Prävention dieser Infektionen in den Fokus der Betreuung kardiovaskulär und renal vorerkrankter Patienten, ergänzend zur etablierten Kontrolle von Blutdruck, Lipiden und Blutzucker. Inwieweit eine Impfung über die Verhinderung der Infektion hinaus auch kardiovaskuläre Ereignisse verringert, ist je nach Erreger unterschiedlich gut belegt.Die vorliegende Fortbildung ordnet die fünf wichtigsten Impfungen für Erwachsene mit CKM aus kardiologischer und nephrologischer Sicht ein, erläutert die Systematik von Standard- und Indikationsimpfung nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), fasst die praktisch relevante Studienlage zusammen und gibt konkrete Hilfestellungen für Impftechnik, Kostenübernahme und Impfgespräch. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit, da bei diesen Patienten die kardiale und die renale Prognose untrennbar miteinander verknüpft sind.

Kardiale ATTR-Amyloidose: eine Erkrankung im Wandel
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Kardiale ATTR-Amyloidose: eine Erkrankung im Wandel

Die systemische Amyloidose entsteht durch die Ablagerung fehlgefalteter Proteine in verschiedenen Organen, wobei die kardiale Beteiligung besonders schwerwiegend ist und mit einer hohen Morbiditäts- und Mortalitätsrate verbunden ist. Die frühzeitige Diagnose der kardialen Transthyretin-Amyloidose bleibt eine Herausforderung, die ein detailliertes Verständnis der diagnostischen Marker, echokardiografischer Befunde und der pathophysiologischen Zusammenhänge erfordert. Extrakardiale Manifestationen wie Karpaltunnelsyndrom und Spinalkanalstenose können Jahre vor den typischen kardialen Symptomen auftreten. Bei der Erstdiagnose erfüllen die meisten Patienten Kriterien einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfunktion. Typische echokardiografische Befunde („Red Flags“) umfassen symmetrische Wandverdickung mit „Sparkling“-Myokard, Klappen- und septale Verdickung sowie einen vergrößerten linken Vorhof. Die Szintigrafie kann wichtige diagnostische Hinweise geben. Die histologische Sicherung bleibt der diagnostische Goldstandard. In der Therapie wurden in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt, einschließlich neuer Wirkstoffe, die gezielt in die zentralen pathophysiologischen Prozesse eingreifen. Dazu gehören RNA-Silencer, Stabilisatoren des Transthyretin-(TTR-)Tetramers und der Antikörper-basierte Abbau von Transthyretin im Gewebe. Fortschritte bei krankheitsrelevanten Biomarkern, wie die direkte Messung des TTR-Spiegels im Serum, sind vielversprechende Ansätze für ein verbessertes Therapiemonitoring. Der Therapieerfolg hängt maßgeblich vom Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Erstdiagnose ab. Eine rechtzeitige Diagnosestellung und eine effektive Therapie erfordern daher zwingend eine interdisziplinäre Herangehensweise.

Häufig übersehen: Komorbiditäten bei Typ-2-Diabetes
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Häufig übersehen: Komorbiditäten bei Typ-2-Diabetes

Bei allen Diabetesformen handelt es sich um Systemerkrankungen, die häufig mit Multimorbidität einhergehen. Typ-2-Diabetes und die Behandlung seiner Komplikationen und Begleiterkrankungen spielen in der hausärztlichen Versorgung eine zunehmend große Rolle. Für eine optimale Behandlung der Komorbiditäten sind neben der richtigen Blutzuckereinstellung zusätzliche Kenntnisse erforderlich. Neben den allgemein bekannten Komorbiditäten des Diabetes wie Polyneuropathie, Kardiomyopathie, zerebrale Durchblutungsstörungen und Nephropathie gibt es bedeutende, aber häufig verkannte Komorbiditäten wie die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), die kardiale autonome diabetische Neuropathie, Sexualstörungen bei Frauen und Männern, diabetesassoziierte Hauterkrankungen sowie Probleme der oralen Gesundheit. Wenig beachtet wird, dass nicht nur die endokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse bei Menschen mit Diabetes beeinträchtigt ist, sondern oftmals eine exokrine Pankreasinsuffizienz vorliegt, die auch bei bekannter Diagnose häufig nicht optimal behandelt wird.

Primäre Hyperhidrose – wenn Schwitzen Leiden schafft
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Primäre Hyperhidrose – wenn Schwitzen Leiden schafft

Die primäre Hyperhidrose beruht auf einer idiopathischen autonomen Dysregulation des vegetativen Nervensystems. Die Prävalenz liegt je nach Studie zwischen 1 % und 16,7 %. Die primäre Hyperhidrose tritt familiär gehäuft auf und ist von der sekundären Hyperhidrose abzugrenzen. Letztere ist auf anderweitige Grunderkrankungen, Veränderungen im Hormonstatus oder auf Medikamente zurückzuführen. Die primäre Hyperhidrose kann mit einer ausgeprägten psychosozialen Belastung einhergehen. Nicht selten versuchen Betroffene, sich durch Strategien wie das Tragen bestimmter Kleidung und/oder Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Präparaten zu behelfen, ohne damit die gewünschten Effekte zu erzielen. Sozialer Rückzug und Einbußen in der Lebensqualität können die Folge sein. Ärztliche Hilfe wird nur zurückhaltend aufgesucht. Im Folgenden wird die primäre Hyperhidrose näher erläutert. Es wird auf die leitliniengemäße gemäße Diagnostik und Therapie mit besonderem Fokus auf topische Präparate eingegangen. Anhand repräsentativer Fallbeispiele wird das mögliche konkrete Vorgehen in der Praxis veranschaulicht.

KI in der Diagnose seltener Erkrankungen
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KI in der Diagnose seltener Erkrankungen

Der Weg zur Diagnose einer seltenen Erkrankung ist sowohl für Ärzte als auch für die betroffenen Patienten eine große Herausforderung. Große Datenbanken können nicht nur direkt genutzt werden, sondern stehen auch KI-gestützten Symptom-Checkern und Chatbots als Informationsquelle zur Verfügung. Mit einem KI-Anamnese-Tool, mit dem der Patient vor dem Praxisbesuch seine Beschwerden strukturiert dokumentiert, können nicht nur Praxisabläufe effizienter gestaltet werden, sondern der Patient lernt dadurch auch seine Erkrankung besser kennen. Um datenschutzrechtliche und ethische Vorbehalte gegen die Anwendung von KI-gestützten Systemen in der Medizin einzuordnen, haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer entsprechende Leitlinien veröffentlicht. Die Sicherstellung der Datenqualität bei der KI-gestützten Suche nach seltenen Erkrankungen erfordert internationale Standards, eine regelmäßige Kuratierung der Ergebnisse sowie eine Quellentransparenz. „Deep phenotyping“ verbessert die Interoperabilität von Datenbanken und verbessert damit die KI-gestützte Suche nach seltenen Erkrankungen.