Bei allen Diabetesformen handelt es sich um Systemerkrankungen, die häufig mit Multimorbidität einhergehen. Typ-2-Diabetes und die Behandlung seiner Komplikationen und Begleiterkrankungen spielen in der hausärztlichen Versorgung eine zunehmend große Rolle. Für eine optimale Behandlung der Komorbiditäten sind neben der richtigen Blutzuckereinstellung zusätzliche Kenntnisse erforderlich. Neben den allgemein bekannten Komorbiditäten des Diabetes wie Polyneuropathie, Kardiomyopathie, zerebrale Durchblutungsstörungen und Nephropathie gibt es bedeutende, aber häufig verkannte Komorbiditäten wie die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), die kardiale autonome diabetische Neuropathie, Sexualstörungen bei Frauen und Männern, diabetesassoziierte Hauterkrankungen sowie Probleme der oralen Gesundheit. Wenig beachtet wird, dass nicht nur die endokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse bei Menschen mit Diabetes beeinträchtigt ist, sondern oftmals eine exokrine Pankreasinsuffizienz vorliegt, die auch bei bekannter Diagnose häufig nicht optimal behandelt wird.
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Schluckstörungen: Ein interdisziplinärer Blick auf die eosinophile Ösophagitis
Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronisch entzündliche progrediente Erkrankung der Speiseröhre. Ihr liegen eine genetische Prädisposition sowie unterschiedliche Umweltfaktoren zugrunde. Häufig ist eine EoE mit allergischen Komorbiditäten assoziiert. Die Patienten klagen zumeist über Schluckstörungen bis hin zu Bolusobstruktionen und/oder Brennen hinter dem Brustbein. Durch die irrtümliche Einschätzung als Refluxösophagitis und die Nichtentnahme von Biopsien während der endoskopischen Untersuchung wird eine EoE im Median erst vier Jahre nach den ersten Symptomen diagnostiziert.Durch das Abfragen von Kompensationsstrategien und allergischen Komorbiditäten im Rahmen der Anamnese von Patienten mit einer Dysphagie kann der Verdacht auf eine EoE untermauert werden. Die korrekte Diagnose ist nur durch eine endoskopische Untersuchung mit Entnahme von Biopsien und deren histologische Auswertung möglich. Sie sollte bei allen Patienten mit Schluckbeschwerden erfolgen. Zur Therapie der EoE werden orale topische Kortikosteroide, Protonenpumpenhemmer und Eliminationsdiäten empfohlen. Dupilumab ist als Zweitlinientherapie zugelassen.
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Diabetes und Multimorbidität: Von der Diagnose zur individualisierten Therapie
Die Prävalenz von Übergewicht und Typ-2-Diabetes nimmt in Deutschland weiter zu. Aktuell sind ca. 54 % der Erwachsenen übergewichtig, 19,7 % adipös. Der Typ-2-Diabetes ist eng mit dem metabolischen Syndrom assoziiert, das weltweit rund 29 % der Erwachsenen betrifft und das kardiovaskuläre Risiko deutlich erhöht. Multimorbidität ist bei Typ-2-Diabetes die Regel. Die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes empfiehlt ein risiko-adaptiertes Screening, einen neuen 2-Laborwert-Diagnosealgorithmus sowie individualisierte Screeningintervalle für alle Folgeerkrankungen. Der HbA1c-Zielkorridor liegt bei 6,5 bis 8,5 %. Bei kardiovaskulärer Erkrankung wird Metformin mit SGLT2(sodium-glucose cotransporter-2)-Inhibitor oder GLP-1(glucagon-like peptide-1)-Rezeptoragonist kombiniert. Hypertonie, Dyslipidämie und Blutzuckereinstellung sind komplementäre Therapieziele. Gemäß der European Society of Cardiology (ESC) 2024 gilt bei Diabetes bereits ab 130/80 mmHg eine medikamentöse Therapieindikation; Zielwert: 120 bis 129 mmHg systolisch. Folgeerkrankungen, zu denen v. a. Retinopathie, Nephropathie, Neuropathie, Gastro parese sowie diabetisches Fußsyndrom gehören, erfordern strukturierte Prävention, regelmäßiges Screening und frühe interdisziplinäre Behandlung.
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Praxisorientiertes Update zur Reizdarm-Leitlinie
Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten gastrointestinalen Fällen in der ambulanten Versorgung. Im Jahr 2021 erschien nach zehn Jahren eine aktualisierte S3-Leitlinie, die bestehende und neue Diagnosekriterien, -verfahren und therapeutische Optionen evaluiert, um praxisrelevante Empfehlungen zu geben. Zentrale Änderungen sind im diagnostischen Vorgehen zu finden sowie in einem neuen multimodalen Therapiekonzept, das Maßnahmen aus Akutmedikation, Mikrobiommodulation, Ernährung und psychischer Entspannung umfasst.
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Update: Antibiotika und das Mikrobiom – Die Praxis im Fokus
Antibiotika gehören zu den größten Errungenschaften der Medizin und retten jährlich unzählige Leben. Diese Fortbildung fokussiert sich auf einen oft übersehenen Teilaspekt: den Einfluss von Antibiotika auf das Darmmikrobiom, inkl. Nebenwirkungen und Resistenzen – Themen, die in der medizinischen Ausbildung bisher noch wenig Beachtung finden. Studien zeigen, dass selbst kurze Antibiosen die Mikrobiomfunktionalität nachhaltig verändern können, was besonders in der ambulanten Versorgung, in der die meisten Antibiotika verordnet werden, von Bedeutung ist. Durch diese Perspektive soll das Bild von Antibiotika nicht negativ gezeichnet, sondern ergänzt werden, um ihre Effektivität zu bewahren und Nebenwirkungen frühzeitig zu berücksichtigen.
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Die Fettleber interdisziplinär managen: Schnittstelle Diabetologie und Gastroenterologie
Die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) ist die häufigste Lebererkrankung weltweit – dennoch bleibt sie in der klinischen Praxis häufig unerkannt. Hauptgründe dafür sind vor allem ein mangelndes Bewusstsein für die Erkrankung, das Fehlen von Symptomen in frühen Stadien sowie die verbreitete Fehlannahme, dass keine effektiven Behandlungsoptionen existieren. MASLD ist eng mit metabolischen und kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert, insbesondere mit Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes, die wesentlich zur Krankheitsprogression beitragen. Ein strukturiertes Screening von Risikogruppen sowie ein interdisziplinärer Behandlungsansatz sind von zentraler Bedeutung, um eine frühzeitige Erkennung von MASLD zu ermöglichen und schwerwiegende Spätfolgen zu verhindern oder abzumildern. Erfahren Sie hier, wie ein leitliniengerechtes, stufenweises Screening von Risikogruppen durchgeführt werden kann und welche Therapiemaßnahmen ergriffen werden können.
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SIBO: Vom Pathomechanismus zur Praxis
Die Dünndarmfehlbesiedlung (engl. „small intestinal bacterial overgrowth“; kurz: SIBO) beschreibt eine abnorme Vermehrung und Zusammensetzung von Bakterien im Dünndarm, die mit gastrointestinalen Symptomen einhergeht und durch anatomische Veränderungen, Störungen der Motilität, des Gallensäurestoffwechsels oder des Enzymhaushalts bedingt wird. Da SIBO überwiegend als sekundäre Erkrankung auftritt, erfordert die Diagnostik eine systematische Abklärung der zugrunde liegenden Ätiologien und Kenntnis der zur Verfügung stehenden diagnostischen Verfahren und Therapieansätze. Trotz ihrer klinischen Relevanz in der hausärztlichen und gastroenterologischen Praxis ist die Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) in der medizinischen Aus- und Weiterbildung noch unterrepräsentiert.
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C. diff.-Infektionen – Aktuelles für die hausärztliche Versorgung
Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) gehen mit einer hohen Mortalitätsrate von 20 % einher. Dies gilt vor allem für rezidivierende CDI. Die finanzielle Belastung für das Gesundheitswesen ist erheblich. Eine der Hauptursachen ist ein übermäßiger und unsachgerechter Antibiotikagebrauch, da er die Darmmikrobiota schädigt und somit die Anfälligkeit für eine Besiedlung und Infektion mit pathogenen C. difficile-Stämmen erhöht. Der Erreger wird fäkal-oral über seine ubiquitär vorkommenden Sporen übertragen. Die von der vegetativen Form produzierten Enterotoxine sind für die typischen gastrointestinalen Symptome verantwortlich. Eine zentrale Maßnahme zur Reduktion der CDI-Inzidenz sind der rationale Antibiotikaeinsatz und Antibiotic-Stewardship-(ABS-)Programme. Diese zielen vor allem auf die Einschränkung des Einsatzes von Fluorchinolonen, Cephalosporinen und Clindamycin ab. Bei Verdacht auf CDI ist eine frühzeitige zweistufige Erregerdiagnostik essenziell. Der Einsatz eines spezifischen Engspektrumantibiotikums ist entscheidend, um eine weitere Schädigung der Darmmikrobiota und damit das Risiko für künftige Rezidive zu reduzieren.
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Leberfibrose bei Fettleber/MASLD in der Praxis erkennen – warum und wie
Die Diagnostik der metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD) hat durch die breite Verfügbarkeit nicht invasiver Tests (NIT) und durch neue Therapieoptionen an Bedeutung gewonnen. Diese Fortbildung vermittelt ein praxisorientiertes Stufenkonzept zur Risikostratifizierung – von der Identifikation relevanter Risikokollektive über laborbasierte Scores (z. B. FIB-4) bis zur Elastografie. Sie erläutert die Interpretation von Cut-offs und Graubereichen, adressiert die Unterdiagnose und zeigt, warum der Fibrosegrad der zentrale Prognosemarker ist. Zudem wird der Stellenwert der Fibrosestratifizierung für Monitoring, Überweisung und leberspezifische Therapien eingeordnet.
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Update Immuntherapie beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom des Ösophagus
Die Behandlung des fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus (ESCC) hat sich durch den Einsatz von Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) grundlegend verändert. In Kombination mit Chemotherapie oder als Monotherapie verbessern ICI signifikant das Überleben und sind heute integraler Bestandteil der Erst- und Zweitlinientherapie. Diese Fortbildung vermittelt praxisrelevante Einblicke in Studiendaten und Zulassungen, erläutert die Unterschiede zwischen den verfügbaren ICI und zeigt den Stellenwert von PD-L1 als Biomarker auf. Zudem werden Strategien zur Therapiewahl und zum Vorgehen bei Progression vorgestellt.
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Eisenmangel – das unterschätzte Defizit
Eisenmangel zählt zu den weltweit häufigsten Mangelzuständen. Er kann alle Altersgruppen betreffen und zur Eisenmangelanämie führen. Eisen hat zentrale Funktionen im Sauerstofftransport, in der zellulären Energieproduktion und in zahlreichen enzymatischen Prozessen. Der Eisenstoffwechsel wird primär über die intestinale Resorption reguliert, wobei Häm-Eisen aus tierischen Quellen effizienter aufgenommen wird als Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Quellen. Hauptursachen für Eisenmangel sind ein erhöhter Bedarf (Wachstum, Schwangerschaft), Blutverluste (Menstruation, gastrointestinale Blutungen) und Resorptionsstörungen (z. B. Zöliakie). Am häufigsten treten unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall und kognitive Defizite auf. Für die labormedizinische Diagnostik sind Hämoglobin, Ferritin und Transferrinsättigung zentral. Die Therapie erfordert eine differenzierte, individuelle Herangehensweise und die Berücksichtigung der jeweiligen Ursachen. Zur Substitution werden bevorzugt orale Eisenpräparate eingesetzt, bei Intoleranz der Eisenpräparate oder Malabsorption ist eine intravenöse Gabe oder der Wechsel auf eine andere Formulierung des Eisens angezeigt. Moderne Präparate wie Eisen(III)-Maltol verbessern vor allem besonders bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen die Verträglichkeit. Um den Therapieerfolg sicherzustellen und eine Über- sowie Unterversorgung zu vermeiden, ist eine laborgestützte Verlaufskontrolle obligat.





