Morbus Fabry ist eine multisystemische, progredient verlaufende lysosomale Speicherkrankheit. Die Pathophysiologie beruht auf Mutationen des Alpha Galactosidase A-Gens. Die klinischen Manifestationen betreffen fast alle Organsysteme, insbesondere Niere, Herz und Nervensystem. Es können sich aber auch Auffälligkeiten an Haut, Gastrointestinaltrakt, Augen und Innenohr zeigen. Erste Symptome treten bereits in der Kindheit auf, wobei männliche Patienten früher und meist schwerer betroffen sind als weibliche. Aufgrund der unspezifischen, heterogenen Symptomatik ist die Erkrankung jedoch nicht einfach zu erkennen. Die korrekte Diagnose wird daher oft erst mit großer Verzögerung im Erwachsenenalter gestellt. Mit einer frühen Diagnose und zeitnahen Therapie können irreversible Organschäden vermieden oder verzögert und schließlich die Lebenserwartung verbessert werden. Als spezifische Therapien stehen die Enzymersatztherapie und die Chaperontherapie zur Verfügung. Die Diagnostik kann mittels einfachem Trockenbluttest von jedem Facharzt durchgeführt werden. Diagnosesicherung und Therapieentscheidung sollten in spezialisierten Zentren interdisziplinär erfolgen.
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Aktuelles Lipidmanagement: Ein Update
Erhöhte Serumkonzentrationen von Low Density Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) sind ein wesentlicher kausaler Risikofaktor für Atherosklerose und kardiovaskuläre Ereignisse. Daher stellt LDL-C den zentralen Parameter im Kontext des Therapiemanagements der Dyslipidämie dar. Die aktuellen Leitlinien der European Society of Cardiology und der European Atherosclerosis Society (ESC/EAS) empfehlen bei Patienten mit sehr hohem kardiovaskulären Risiko einen LDL-C-Zielwert unter 55 mg/dl und eine Reduktion um mindestens 50 % des LDL-C-Ausgangswertes. Lebensstilmaßnahmen wie Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Rauchverzicht stellen die Basis des kardiovaskulären Risikomanagements dar. Statine werden nach wie vor als medikamentöse Erstlinientherapie eingesetzt. In der klinischen Routine werden die empfohlenen LDL-C-Zielwerte jedoch häufig nicht erreicht. Ein Grund hierfür ist die oftmals unzureichende Ausschöpfung verfügbarer lipidsenkender Wirkstoffe, die neben Statinen v. a. Ezetimib und PCSK9-(Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9-)Antikörper beinhalten. Inzwischen stehen neue Lipidsenker wie Inclisiran und die Bempedoinsäure zur Verfügung. Nahrungsergänzungsmittel können eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
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Medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz
Die Herzinsuffizienz ist ein klinisches Syndrom, das durch strukturelle oder funktionelle kardiale Anomalien entsteht und zu reduzierter Auswurfleistung oder erhöhten intrakardialen Drücken führt. Die Prävalenz liegt bei den >70-Jährigen bei 10 %, und sie ist die häufigste Ursache für stationäre Einweisungen. Die moderne Therapie der Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Ejektionsfraktion ruht auf den „Fantastic Four“: ARNI/ARB/ACE-Hemmer, Betablocker, MRA und SGLT2-Inhibitoren. Studien wie STRONG-HF belegen, dass eine rasche Initiierung und intensive Aufdosierung dieser Therapie die Mortalität und Hospitalisierungsrate signifikant senken. In der Praxis besteht jedoch oft eine Unterversorgung, insbesondere bei der Erreichung der Zieldosen. Ein moderater Kreatininanstieg bis 30 % ist dabei initial oft tolerabel und spiegelt die gewollte hämodynamische Entlastung der Nieren wider. Bei Komplikationen wie Hyperkaliämie können moderne Kaliumbinder das Absetzen der prognoseverbessernden Therapie verhindern. Vorhofflimmern ist eine häufige Begleiterkrankung und bedarf einer oralen Antikoagulation.
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Eisenmangel – das unterschätzte Defizit
Eisenmangel zählt zu den weltweit häufigsten Mangelzuständen. Er kann alle Altersgruppen betreffen und zur Eisenmangelanämie führen. Eisen hat zentrale Funktionen im Sauerstofftransport, in der zellulären Energieproduktion und in zahlreichen enzymatischen Prozessen. Der Eisenstoffwechsel wird primär über die intestinale Resorption reguliert, wobei Häm-Eisen aus tierischen Quellen effizienter aufgenommen wird als Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Quellen. Hauptursachen für Eisenmangel sind ein erhöhter Bedarf (Wachstum, Schwangerschaft), Blutverluste (Menstruation, gastrointestinale Blutungen) und Resorptionsstörungen (z. B. Zöliakie). Am häufigsten treten unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall und kognitive Defizite auf. Für die labormedizinische Diagnostik sind Hämoglobin, Ferritin und Transferrinsättigung zentral. Die Therapie erfordert eine differenzierte, individuelle Herangehensweise und die Berücksichtigung der jeweiligen Ursachen. Zur Substitution werden bevorzugt orale Eisenpräparate eingesetzt, bei Intoleranz der Eisenpräparate oder Malabsorption ist eine intravenöse Gabe oder der Wechsel auf eine andere Formulierung des Eisens angezeigt. Moderne Präparate wie Eisen(III)-Maltol verbessern vor allem besonders bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen die Verträglichkeit. Um den Therapieerfolg sicherzustellen und eine Über- sowie Unterversorgung zu vermeiden, ist eine laborgestützte Verlaufskontrolle obligat.
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Die Vitamine B6, B12 und Folsäure – Synergismus im zellulären Stoffwechsel
Die Vitamine B6, B12 und Folsäure sind für Stoffwechselwege der Energiegewinnung und der Regeneration des Organismus notwendig. Bei einem Defizit kommt es zunächst meist zu unspezifischen Symptomen wie Erschöpfung, Müdigkeit oder Vitalitätsverlust, bevor klinische Zeichen auftreten. Ein Mangel kann zudem den anabolen Stoffwechsel von Hormonen und Neurotransmittern direkt stören und somit zu depressiven Verstimmungen führen. Zu den Risikofaktoren einer Unterversorgung zählen z. B. die Einnahme bestimmter Medikamente, Resorptionsstörungen, vegane und vegetarische Ernährung, zunehmendes Alter und große psychische Belastungen. Ein Serumvitamin-B12-Spiegel im Referenzbereich schließt das Bestehen eines funktionellen Mangels nicht aus. Dieser kann besser durch Nachweis der Marker Holotranscobalamin und Methylmalonsäure belegt werden. B-Vitamine lassen sich durch orale oder parenterale Gaben supplementieren. Ein relevanter Teil der Bevölkerung kann orale B12-Gaben nicht absorbieren, sodass hier eine parenterale Supplementierung von Vorteil ist.
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Update Kardiologie: Highlights vom ESC 2025
Herzinsuffiziente Patienten mit einer reduzierten Pumpfunktion (HFrEF) und einem hohen Dekompensationsrisiko profitieren von einer Aktivierung der löslichen Guanylatzyklase, wenn dieses Prinzip zusätzlich zur Basistherapie eingesetzt wird. In der VICTOR-Studie wurde untersucht, ob dieser Effekt auch dann nachweisbar ist, wenn das Dekompensationsrisiko nicht so hoch ist. Der primäre Endpunkt wurde zwar nicht erreicht, allerdings konnte Vericiguat die sekundären Endpunkte verbessern. In der gepoolten Analyse der VICTOR- und VICTORIA-Studie war Vericiguat bei einer HFrEF zusätzlich zur Basistherapie aber über das gesamte Risikospektrum wirksam und sicher. Die Ergebnisse der pragmatisch gestalteten DIGIT-HF-Studie und der POTCAST-Studie sind direkt im Praxisalltag umsetzbar. Die VICTORION-Difference-Studie zeigte, dass Patienten mit einer Hypercholesterinämie von einer Kombination aus Inclisiran und Rosuvastatin deutlich mehr profitieren als von einer Rosuvastatin-Monotherapie. Erstmals konnte mit der MAPLE-HCM-Studie bei Patienten mit einer symptomatischen hypertrophen Kardiomyopathie (oHCM) die Überlegenheit einer alleinigen Myosin-Inhibition mit Aficamten gegenüber der bisherigen First-Line-Therapie mit Metoprolol gezeigt werden. Mavacamten zeigte bei HCM-Patienten ohne Obstruktion keinen Effekt.
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Relevanz der Kombinationstherapie für kardiovaskuläre Patienten – Update 2025
Hypertonie und Dyslipidämie zählen zu den wichtigsten beeinflussbaren kardiovaskulären Risikofaktoren. Gelingt es, diese beiden Risikofaktoren zu kontrollieren, ist das kardiovaskuläre Gesamtrisiko des Patienten deutlich reduziert und die Lebenserwartung verlängert. Lebensstilinterventionen sind in der Praxis häufig nur von begrenztem Nutzen. Die meisten Patienten benötigen eine Pharmakotherapie, um die empfohlenen Zielwerte zu erreichen. In der neuen europäischen Leitlinie zum Blutdruckmanagement werden bereits initial Antihypertensiva in Zweifachkombination empfohlen. Bevorzugt sollten dabei Fixkombinationen mit nur einer Tablette täglich eingesetzt werden, um die Therapieadhärenz zu verbessern. Bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten sind ebenfalls häufig zwei Lipidsenker nötig, um Zielwerte beim Low Density Lipoprotein-(LDL-)Cholesterin unter 70 mg/dl zu erreichen, idealerweise in einer Tablette (Statin plus Ezetimib). Relativ neu ist das Konzept, indikationsübergreifend Fixkombinationen einzusetzen, um die Therapie zu vereinfachen, also Antihypertensivum plus Statin bei Patienten, die beides benötigen. Ziel ist es, eine umfassende Gefäßprotektion mit nur einer Tablette täglich zu gewährleisten.
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Kardiorenale Protektion bei Typ-2-Diabetes mit Albuminurie
Bei Patienten mit einem Typ-2-Diabetes entwickelt sich eine chronische Nierenerkrankung (CKD) schmerzlos meist im Verlauf von mehreren Jahrzehnten. Die natürliche renale Funktionsreserve verhindert lange Zeit einen Abfall der geschätzten glomeruläre Filtrationsrate (eGFR), aber die Konzentration von Albumin im Urin steigt deutlich früher an, was als Marker für CKD-Progression und für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko gilt. Durch die gemeinsame Bestimmung von eGFR und der Urin-Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR) im Rahmen von Screening- und Kontrolluntersuchungen kann die Dynamik der Entwicklung einer CKD sicher erfasst und das renale sowie das kardiovaskuläre Risiko der Patienten richtig eingeschätzt werden. RAS-Blockade (Renin-Angiotensin-System) und „sodium glucose-like transporter 2“-(SGLT2-)Inhibition sind zur Behandlung der CKD bei Typ-2-Diabetes und Albuminurie etabliert. Die evidenzbasierte Reduktion des kardiovaskulären und renalen Risikos durch den zusätzlich verabreichten nicht steroidalen Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten Finerenon hat rasch zu Klasse-IA-Empfehlungen in alle relevanten Leitlinien geführt. CKD und Herzinsuffizienz sind durch zahlreiche Faktoren eng miteinander verknüpft. Deshalb wird der Stellenwert von Finerenon auch bei der Herzinsuffizienz geprüft.
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Update kardiale Bildgebung bei koronarer Herzkrankheit
Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine führende Ursache kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität. Eine frühzeitige Diagnostik ist entscheidend, um schwere kardiale Ereignisse zu verhindern und die Prognose zu verbessern. Die Low-Dose-Computertomografie (CT) mit Berechnung des Agatston-Scores ist ein etabliertes, strahlungsarmes Verfahren zur koronaren Risikostratifizierung. Sie eignet sich insbesondere bei asymptomatischen Patienten mit intermediärem Risiko. Die CT-Koronarangiografie (CCTA) wird als First-Line-Diagnostik bei symptomatischen Patienten mit intermediärer Vortestwahrscheinlichkeit empfohlen. Neben Stenosebeurteilung ermöglicht sie die Detektion vulnerabler Plaques, die mit einem erhöhten Ischämierisiko assoziiert sind. Bei mäßiger oder hoher Vortestwahrscheinlichkeit bietet die funktionelle Bildgebung, etwa Stress-Perfusions-Magnetresonanztomografie (MRT) oder Myokard-Perfusions-Einzelphotonen-Emissionscomputertomografie (SPECT), wertvolle zusätzliche Informationen. Die Stress-Perfusions-MRT überzeugt in Studien durch hohe diagnostische Genauigkeit, fehlende Strahlenbelastung und zusätzliche Gewebedifferenzierung, bleibt aber derzeit begrenzt verfügbar. Die Wahl der Bildgebung sollte stets patientenzentriert und indikationsgerecht unter Berücksichtigung der lokalen Expertise erfolgen.
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Funktionelle Darmerkrankungen: Ernährungsmanagement in der Praxis
Etwa 40 % der globalen Bevölkerung leidet an funktionellen Darmerkrankungen. Diese werden inzwischen als Erkrankungen, die mit Störungen der Darm-Hirn-Achse einhergehen, definiert. Entsprechend der multifaktoriellen Pathogenese spielen die Ernährung und ihr Einfluss auf das Darmmikrobiom bei der Symptomentstehung und -behandlung eine große Rolle. Die Etablierung eines vertrauensvollen Verhältnisses zu den PatientInnen und indikationsspezifische ernährungstherapeutische Empfehlungen können bei funktionellen Darmerkrankungen einen wertvollen Beitrag zum Behandlungserfolg leisten.
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Kardiale ATTR-Amyloidose: eine Erkrankung im Wandel
Die systemische Amyloidose entsteht durch die Ablagerung fehlgefalteter Proteine in verschiedenen Organen, wobei die kardiale Beteiligung besonders schwerwiegend ist und mit einer hohen Morbiditäts- und Mortalitätsrate verbunden ist. Die frühzeitige Diagnose der kardialen Transthyretin-Amyloidose bleibt eine Herausforderung, die ein detailliertes Verständnis der diagnostischen Marker, echokardiografischer Befunde und der pathophysiologischen Zusammenhänge erfordert. Extrakardiale Manifestationen wie Karpaltunnelsyndrom und Spinalkanalstenose können Jahre vor den typischen kardialen Symptomen auftreten. Bei der Erstdiagnose erfüllen die meisten Patienten Kriterien einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfunktion. Typische echokardiografische Befunde („Red Flags“) umfassen symmetrische Wandverdickung mit „Sparkling“-Myokard, Klappen- und septale Verdickung sowie einen vergrößerten linken Vorhof. Die Szintigrafie kann wichtige diagnostische Hinweise geben. Die histologische Sicherung bleibt der diagnostische Goldstandard. In der Therapie wurden in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt, einschließlich neuer Wirkstoffe, die gezielt in die zentralen pathophysiologischen Prozesse eingreifen. Dazu gehören RNA-Silencer, Stabilisatoren des Transthyretin-(TTR-)Tetramers und der Antikörper-basierte Abbau von Transthyretin im Gewebe. Fortschritte bei krankheitsrelevanten Biomarkern, wie die direkte Messung des TTR-Spiegels im Serum, sind vielversprechende Ansätze für ein verbessertes Therapiemonitoring. Der Therapieerfolg hängt maßgeblich vom Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Erstdiagnose ab. Eine rechtzeitige Diagnosestellung und eine effektive Therapie erfordern daher zwingend eine interdisziplinäre Herangehensweise.





