Typ-2-Diabetes – die kardiologische Perspektive
Typ-2-Diabetes ist eine progrediente Systemerkrankung, die zunehmend in jüngeren Altersgruppen auftritt. Das Phänomen des „early onset type 2 diabetes“ (EOT2D) bei unter 40-Jährigen ist durch einen aggressiven Phänotyp, rasanten Betazellverlust und eine statistisch stark verkürzte Lebenserwartung gekennzeichnet. Kardiologisch beginnt der Schaden durch Insulinresistenz und proinflammatorisches ektopisches Gewebefett oft völlig subklinisch, lange bevor der Blutzucker messbar entgleist. Besonders Frauen weisen nach der Diabetesdiagnose ein disproportional höheres relatives Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse auf, da ihr natürlicher Gefäßschutz aufgehoben wird.
In der ganzheitlichen Betrachtung mündet der Diabetes in das „cardiovascular kidney metabolic“-(CKM-)Syndrom, das Herz, Niere und Stoffwechsel pathophysiologisch verknüpft. Um stille Organschäden frühzeitig zu demaskieren, ist im Praxisalltag ein jährliches Screening durch glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) und Urin-Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR) obligat. Therapeutisch priorisieren die Leitlinien moderne Substanzen wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten für einen kausalen Organschutz, der oft unabhängig vom reinen HbA1c-Ziel im Vordergrund steht.
Am Ende dieser Fortbildung ...
- verstehen Sie die Epidemiologie und EOT2D : Den aggressiven Phänotyp, die rasche Betazellerschöpfung sowie den drastischen Verlust an Lebensjahren beim „early onset“ Typ-2-Diabetes leitliniengerecht bewerten.
- erkennen Sie Kardiologische Frühschäden: Die Entstehung der diabetischen Kardiomyopathie und die toxische, proinflammatorische Wirkung von ektopischen Fett (z. B. epikardiales Fett) in der subklinischen Phase begreifen.
- berücksichtigen Sie den „Gender risk gap“ in der Praxis: Das disproportional höhere kardiovaskuläre Zusatzrisiko von Frauen nach Manifestation eines Typ-2-Diabetes realisieren und bei Diagnostik und Therapieplanung konsequent beachten.
- beherrschen Sie ganzheitliche Diagnostik (CKM-Konzept): Die Brücke vom Diabetes zum CKM-Syndrom schlagen und das duale Screening aus eGFR und Albuminurie (UACR) zur Vermeidung des „blinden Bereiches“ des Serumkreatinins sicher anwenden.
- setzen Sie prognoseorientierte Therapie um: SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten basierend auf dem kardiometabolischen Risiko sowie auf den nationalen Versorgungsleitlinien regresssicher und organschützend einsetzen.



Referenten
Priv.-Doz. Dr. med. Dennis Rottländer, MHBA, FESC
Ärztlicher Leiter Strukturelle Herzkrankheiten
Leiter Mitralklappenzentrum
Personaloberarzt
Krankenhaus Porz am Rhein
Urbacher Weg 19
51149 Köln
Hanno Wied
Ärztlicher Leiter
MVZ Porzer Herz- und Gefäßzentrum
Bahnhofstraße 11a
51143 Köln
Potenzielle Interessenkonflikte
PD Dr. Dennis Rottländer erhielt Honorare von Lilly, Astra Zeneca, Daiichi Sankyo, Novo Nordisk, Böhringer-Ingelheim, Sanofi Aventis, Bayer.
Hanno Wied erhielt Honorare von Astra Zeneca, Daiichi Sankyo, Böhringer-Ingelheim, Sanofi Aventis, Pfizer.
Sponsoring
Folgende Firmen treten als Sponsor auf: AstraZeneca GmbH (3.000 €), Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG (2.000 €), Lilly Deutschland GmbH (3.000 €). Die Gesamtaufwendungen belaufen sich auf 14.900 EUR.

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