Wenn die Dioptrien davonlaufen: Myopie bremsen statt nur korrigieren
Die Kurzsichtigkeit (Myopie) entwickelt sich zunehmend zu einem globalen Gesundheitsproblem. Auch in Europa wird Prognosen zufolge bis 2050 etwa ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen von Myopie betroffen sein. Neben Einschränkungen im Alltag und in der Schule erhöht insbesondere eine hohe Myopie das Risiko für sehkraftgefährdende Folgekomplikationen. Daher ist es besonders wichtig, Kinder mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer hohen Myopie frühzeitig zu erkennen, um durch individuell angepasste Maßnahmen das übermäßige Längenwachstum des Auges und damit die Myopieprogression möglichst zu bremsen.
Am Ende dieser Fortbildung wissen Sie...
- welche Risikofaktoren für die Entwicklung und Progression einer Myopie relevant sind,
- welche Folgekomplikationen mit Myopie verbunden sind,
- wie (Früh-)Erkennung und Monitoring gelingen kann,
- welche Therapieoptionen zur Prävention und Verlangsamung einer Myopieprogression bestehen.
Aktuelle und erwartete Prävalenz der Myopie
Weltweit stellt Myopie ein zunehmendes Gesundheitsproblem dar, wobei mediale Prognosen teils alarmistisch klingen. Für Europa zeigt eine große Metaanalyse mit mehr als 60.000 Teilnehmern eine altersstandardisierte Prävalenz von etwa 30 %, mit besonders hohen Raten bei jungen Erwachsenen (ca. 47 % bei 25- bis 29-Jährigen). Interessanterweise zeigt die Analyse auch, dass die Zunahme in Europa bereits im letzten Jahrhundert stattgefunden hat: Nach 1940 Geborene sind häufiger betroffen, vermutlich u. a. durch veränderte Lebens- und Bildungsgewohnheiten. In Deutschland scheint sich die Lage derzeit stabilisiert zu haben. Eine Analyse von über 1,2 Millionen Refraktionswerten aus Brillenverordnungen zwischen 2000 und 2015 ergab, dass Häufigkeit und Stärke der Myopie bei fünf- bis 30-jährigen Brillenträgern in Deutschland in diesem Zeitraum nicht zugenommen haben. Für den Zeitraum bis 2050 wird weltweit eine weitere deutliche Zunahme der Myopie prognostiziert, auch wenn bei der Einordnung dieser Daten zu berücksichtigen ist, dass die ermittelten Zuwachsraten Schätzungen darstellen und zudem regional sehr unterschiedlich ausfallen. Eine aktuelle Analyse mit über fünf Millionen Teilnehmern schätzt, dass bis 2050 etwa 31 % der Kinder und Jugendlichen in Europa myop sein werden – also etwa jedes dritte Kind.
Risiko für hohe Myopie frühzeitig erkennen
Refraktionsfehler bei Myopie lassen sich zwar mit Brille oder Kontaktlinsen korrigieren, klinisch relevant ist jedoch, dass ein früher Beginn das Risiko für eine hohe Myopie erhöht, die wiederum mit sehkraftgefährdenden Komplikationen assoziiert ist. Während Myopie definiert ist als ein sphärisches Äquivalent von ≤–0,5 dpt, liegt eine hohe Myopie ab –6,0 dpt und schwerer oder bei einer Bulbuslänge von 26 mm vor, von der in Europa etwa 3 % der Menschen betroffen sind. Eine pathologische Myopie (etwa 1 % der Bevölkerung in Europa) liegt gemäß der Definition des International Myopia Institutes (IMI) vor, sobald ein Staphylom, eine myope Makulopathie oder eine myopieassoziierte Optikusneuropathie besteht – unabhängig von der Dioptrienzahl. Die vom IMI neu geschaffene Definition „Prämyopie” zielt darauf ab, Kinder mit einem hohen Risiko für die Entwicklung einer (hohen) Myopie frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen das Auftreten einer Myopie zeitlich nach hinten zu verschieben. Grundlage ist das Konzept der „Hyperopiereserve”: Gemeint ist damit der altersentsprechende Grad an Hyperopie, der bei Kindern ab Geburt in der Regel vorliegt, durch Emmetropisierung während der Sehentwicklung allmählich abnimmt und als Schutzpuffer gegen die Entwicklung einer Myopie wirkt. Aktuelle, vorwiegend aus dem asiatischen Raum stammende Studien zur Prämyopie zeigen, dass eine zu geringe „Hyperopiereserve” ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung einer Myopie ist. Vereinfacht gilt: Je jünger das Kind, desto höher sollte die Hyperopiereserve sein, um das Risiko für eine Myopie zu verringern. Dabei müssen auch weitere Risikofaktoren und prädiktive Faktoren berücksichtigt werden. Gemäß der Definition des IMI besteht eine Prämyopie, wenn im Kindesalter ein sphärisches Äquivalent zwischen +0,75 und –0,5 dpt in Zykloplegie gemessen vorliegt und andere, quantifizierbare Risikofaktoren eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für die zukünftige Entwicklung einer Myopie nahelegen.
Risikofaktoren: Bildung und Naharbeit
Verschiedene Umwelt- und Lebensstilfaktoren beeinflussen die Myopieprävalenz, insbesondere Naharbeit, Bildungsgrad, Outdoorzeit sowie familiäre Vorbelastung, wobei ein hoher polygenetischer Risikoscore das Myopierisiko im Vergleich zu einem niedrigen genetischen Risiko deutlich, in einzelnen Analysen bis zu etwa 40-fach, erhöhen kann. Aus epidemiologischer Sicht stehen die Umwelt- und Lebensstilfaktoren klar im Vordergrund. Einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entwicklung einer Myopie ist die Naharbeit, die wiederum mit einem höheren Bildungsgrad einhergeht. Diese Assoziation zwischen Bildung und Myopie hat sich bereits über Jahrhunderte hinweg gezeigt und wurde ausführlich untersucht. Auch wenn der tatsächliche Mechanismus noch nicht vollständig verstanden ist, so weisen Kinder, die sehr viel lesen, sich häufig in geschlossenen Räumen aufhalten und generell sehr viel Naharbeit leisten, ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Myopie auf. Epidemiologische Studien zeigen eine höhere Myopieprävalenz bei Kindern mit hoher Bildungsintensität, was vermutlich mit vermehrter Naharbeit assoziiert ist. Außerdem ist in Ländern mit frühem Bildungsbeginn und hoher schulischer Leistungsanforderung eine höhere Prävalenz der Myopie zu beobachten. Dabei scheint primär das Bildungsverhalten und nicht die (genetisch bedingte) Intelligenz die Entstehung einer Kurzsichtigkeit zu beeinflussen, wie im Rahmen der Gutenberg-Gesundheitsstudie gezeigt wurde.
Zeit im Freien oder vor dem Display?
Ein weiterer, ebenfalls modifizierbarer Faktor, für den umfassende Evidenz vorliegt, ist die im Freien verbrachte Zeit (Outdoorzeit). Vereinfacht gilt: Je mehr Zeit Kinder draußen verbringen, desto geringer ist das Risiko, dass sie kurzsichtig werden. So hat eine randomisierte klinische Studie aus China gezeigt, dass durch täglich 40 Minuten Aufenthalt im Freien das Neuauftreten einer Myopie um etwa 10 % reduziert werden kann. Auch Metaanalysen bestätigen, dass zunehmende Outdoorzeit das Risiko vor allem für die Entstehung einer Myopie reduziert bzw. das Auftreten einer Myopie verzögert, während die Effekte auf die Progression einer bereits bestehenden Myopie weniger stark waren. In welchem Ausmaß die Nutzung von Handydisplays zur zunehmenden Verbreitung einer Myopie in der Bevölkerung beiträgt, lässt sich derzeit nicht eindeutig klären. Die aktuelle Studienlage deutet eher darauf hin, dass die Evidenz diesbezüglich heterogen ist und ein indirekter Zusammenhang über erhöhte Naharbeit und reduzierte Outdoorzeit diskutiert wird.
Nicht modifizierbare Risikofaktoren
Zusätzlich bestehen auch einige nicht beeinflussbare Risikofaktoren: Sowohl das weibliche Geschlecht als auch die asiatische Ethnizität werden als Risikofaktoren der Myopie genannt, wobei diese zumindest teilweise durch Umweltfaktoren und Bildungsverhalten erklärbar sind. Auch die Geburtsreihenfolge könnte eine Rolle spielen, da erstgeborene Kinder tendenziell häufiger kurzsichtig sind als ihre Geschwister. Generell stellt eine familiäre Vorbelastung einen wichtigen Risikofaktor für Myopie dar: Kinder kurzsichtiger Eltern haben ein 1,5- bis dreifach erhöhtes Risiko, selbst eine Myopie zu entwickeln. Dies kann sowohl genetische Ursachen haben, aber auch mit gemeinsam geprägten Lebensgewohnheiten zusammenhängen – denn Eltern vererben nicht nur ihre Gene, sondern prägen ihre Kinder auch durch ihre myopisierenden Verhaltensweisen. Die Rolle der Genetik ist komplex und noch nicht umfassend geklärt. Zwar sind mittlerweile über 1000 Genvariationen bekannt, die mit Myopie einhergehen, allerdings lässt sich nur ein kleiner Prozentsatz der Variabilität der Myopie durch diese Gene erklären. Heutzutage geht man daher von einer Genumweltinteraktion aus, das heißt, Umweltfaktoren beeinflussen möglicherweise die Genexpression.
Sehkraft gefährdende Folgekomplikationen
Myopie ist allgemein ein etablierter Risikofaktor für ernsthafte okuläre Folgekomplikationen, die die Sehkraft irreversibel gefährden und damit die Berufswahl und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Auch wenn das höchste Risiko für Komplikationen und Sehbeeinträchtigungen bei hoher Myopie besteht, so bergen doch auch eine leichte und mittlere Myopie bereits erhebliche Risiken. Eine der Hauptursachen ist das zu starke Längenwachstum des Augapfels bei Myopie, wodurch die Gewebeschichten insbesondere von Netzhaut und Aderhaut gedehnt und somit dünner und anfälliger für pathologische Veränderungen werden. Eine Metaanalyse zeigt, dass das Risiko für okuläre Komplikationen mit zunehmendem Myopiegrad deutlich ansteigt. Die berichteten Odds Ratios sind hoch und sollten im Kontext absoluter Risiken interpretiert werden. In modellierten Kohorten wurde ein erhöhtes Risiko für Sehbehinderung (Visus <0,3) beschrieben, die sich durch Brillen, Kontaktlinsen oder operative Eingriffe nicht mehr korrigieren lässt. Zwar ist bei leicht und mäßig myopen Patienten die Wahrscheinlichkeit für einen derart schwerwiegenden Sehverlust geringer; dennoch besteht auch für sie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, an myoper Makuladegeneration, Netzhautablösung, Katarakt und Offenwinkelglaukom zu erkranken. So besteht bei mäßiger Myopie (von -3,0 bis -6,0 dpt) u. a. bereits eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit (Odds Ratio) für eine Netzhautablösung sowie für eine Makuladegeneration. Diese steigt in der Gruppe mit hoher Myopie sprunghaft an. Umgekehrt bedeutet dies, dass durch jede verhinderte Myopiezunahme die Wahrscheinlichkeit für Folgekomplikationen erheblich verringert werden kann.
Weniger Myopie, weniger Pathologie
Eine Analyse der Daten aus fünf großen bevölkerungsbasierten Studien mit insgesamt 21.000 Patienten zeigt, dass ein Anstieg der Myopie um 1,0 dpt mit einem Anstieg der Prävalenz der myopen Makulopathie um 67 % verbunden ist. In der prospektiven Hisayama-Studie war zudem jede Zunahme der Achslänge um 1,0 mm mit einer nahezu Verdreifachung des Risikos für eine inzidente myope Makulopathie in einer asiatischen Population verbunden. Umgekehrt kann durch eine um 1,0 dpt geringere Myopie die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer myopen Makulopathie um 40 % reduziert werden, wie die Analyse der bevölkerungsbasierten Studien nahelegt. Eine Querschnittstudie auf der Grundlage mehrerer bevölkerungsbasierter Studien untersuchte, wie sich eine Myopie im Verlauf des Lebens auf das Risiko für die Entwicklung einer Sehbehinderung auswirkt und ergab, dass axiale Längen von 26 mm oder höher sowie Refraktionsfehler von –6 dpt oder mehr signifikant mit einem erhöhten Risiko für Sehbehinderungen assoziiert waren. Bei Teilnehmern mit hoher Myopie (≤−6 dpt) betrug das Risiko für Sehbeeinträchtigung 5,7 % mit 60 Jahren und 39 % mit 75 Jahren. Hingegen lag das Risiko bei Personen mit geringerer Kurzsichtigkeit (−0,5 bis −6 dpt) nur bei 0,8 % bzw. 3,8 %. Für die Patienten stellt es langfristig somit einen großen Unterschied dar, ob sie eine Myopie von -2 dpt, −5 dpt oder −8 dpt aufweisen. Dies bestätigt auch eine Modellierung basierend auf 21.000 Patientendaten zur Abschätzung des Risikos einer Kohorte für eine Sehbeeinträchtigung in Abhängigkeit vom Grad der Myopie. Sie zeigt, dass mit jeder zusätzlichen Dioptrie Kurzsichtigkeit das Risiko für Folgekomplikationen deutlich ansteigt. Dementsprechend nimmt auch die vorhergesagte Dauer, die eine Person im Laufe des Lebens mit einer Sehbeeinträchtigung leben muss, mit zunehmender Myopie ebenfalls zu: von etwa 4,4 Jahren bei −3,0 dpt auf rund 9,6 Jahre bei −8,0 dpt, während eine Reduktion der Myopie um 1,0 dpt diese Dauer verkürzen könnte. Insgesamt zeigen diese Daten, wie wichtig es ist, um jede vermeidbare Dioptrie zu kämpfen.
Myopiemanagement bei Kindern und Jugendlichen
Mittlerweile stehen zum Myopiemanagement bei Kindern und Jugendlichen verschiedene evidenzbasierte Therapieoptionen zur Verfügung, um einen individuell auf das Risiko für eine Myopieprogression abgestimmten Maßnahmenplan zusammenzustellen. Die Auswahl der Therapie sollte individualisiert erfolgen und auf der Gesamtschau klinischer Parameter sowie aktueller evidenzbasierter Empfehlungen basieren. Grundlage für eine gezielte, evidenzbasierte Intervention ist die Einschätzung des persönlichen Risikos eines Kindes für eine Myopieprogression. Dieses Risiko kann anhand mehrerer Parameter abgeschätzt werden, wie später erläutert wird. Das moderne Myopiemanagement lässt sich in drei zentrale therapeutische Säulen gliedern, die auch miteinander kombiniert werden können: Die erste Säule umfasst Verhaltens- und Umweltanpassungen, insbesondere eine erhöhte Tageslichtexposition sowie die Reduktion intensiver Naharbeit. Die zweite Säule beinhaltet optische Maßnahmen, wie innovative Brillengläser (z. B. Multisegmentgläser), spezielle Kontaktlinsenversorgungen sowie die Orthokeratologie als spezialisiertes Teilgebiet. Die dritte Säule stellt die medikamentöse Therapie dar, allen voran die Low-dose-Atropin-Behandlung. Diese Bandbreite an Optionen zeigt deutlich, wie stark sich das Myopiemanagement in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt hat. Was noch vor 20 oder 30 Jahren kaum denkbar war, ist heute ein vielseitiges, kombinierbares Therapiespektrum - mit dem Ziel, das Fortschreiten der Myopie frühzeitig und effektiv zu kontrollieren.
Verhaltensmaßnahmen – die Rolle des Lichtes
Wie bereits beschrieben, kann durch eine verstärkte Tageslichtexposition das Neuauftreten einer Myopie reduziert oder verzögert werden. Eine weitere Studie mit über 3000 Grundschulkindern bestätigt dies und zeigt, dass durch zusätzliche 40 Minuten Aufenthalt im Freien sowohl Auftreten als auch Progression einer Myopie reduziert werden können. Eine Metaanalyse bisheriger Studien kommt zu dem Ergebnis, dass ein Aufenthalt im Freien von mindestens zwei Stunden pro Tag mit einer Abnahme des Myopierisikos und einer langsameren Progression um 0,13 dpt/Jahr verbunden war. Zwar sind die beteiligten biochemischen Signalkaskaden noch nicht im Detail erforscht, allerdings gilt es u. a. als anerkannt, dass retinales Dopamin, das in den Amakrin-Zellen der Netzhaut lichtabhängig synthetisiert wird, das Längenwachstum des Auges beeinflussen kann. In Beobachtungsstudien wurde eine Assoziation zwischen zusätzlicher Naharbeit und einem erhöhten Myopierisiko beschrieben. Mehrere Studien haben ergeben, dass kurze Arbeitsabstände (<30 cm) und eine kontinuierliche Naharbeit (>30 Min.) Risikofaktoren für das Auftreten und Voranschreiten einer Myopie sind; regelmäßige Pausen werden daher empfohlen. Auch eine Studie aus den Niederlanden mit 525 Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren verdeutlicht die Bedeutung, die eine vermehrte Tageslichtexposition und die Vermeidung von zu viel kontinuierlicher Naharbeit für die Reduktion der Myopie(progression) haben. In der Studie wurde das Handynutzungsverhalten (Nutzungsdauer und Leseabstand) der Jugendlichen erfasst. Die durchschnittliche Handyzeit betrug vier Stunden pro Tag, wobei eine kontinuierliche Benutzung über 20 Minuten mit einer Myopiezunahme assoziiert war. Daraus haben Autoren die eingängige 20-20-2-Regel erarbeitet. Dies bedeutet: Nach 20 Minuten Handyarbeit 20 Sekunden Pause einlegen, in die Ferne schauen und jeden Tag zwei Stunden draußen verbringen. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich einfache Praxistipps ableiten, die man Kindern und Jugendlichen mitgeben kann.
Optische Korrektur – die Rolle der Peripherie
Reine Einstärkenbrillen oder -kontaktlinsen können zwar den Refraktionsfehler korrigieren, haben aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Myopieprogression. Diese gleichen die Fehlsichtigkeit im Zentrum der Netzhaut zwar optimal aus, allerdings erzeugen sie in der Peripherie einen relativen hyperopen Defokus. Die Myopieforschung hat gezeigt, dass dadurch das Längenwachstum des Auges angeregt und eine Myopieprogression gefördert wird. Optische Ansätze zur Progressionsminderung zielen darauf ab, zusätzlich zum foveal fokussierten Bild eine zweite, vor der Netzhaut fokussierte Bildebene zu erzeugen oder die periphere Fokusebene so zu krümmen, dass sie vor der Netzhaut liegt. Durch diese Induktion eines peripheren myopen Defokus wird vermutlich eine Reduktion der Myopieprogression vermittelt.
Orthokeratologie und Kontaktlinsen
Die Orthokeratologie (Ortho-K) verwendet formstabile Kontaktlinsen, die über Nacht getragen werden und eine temporäre Umformung der Hornhaut bewirken. Dabei kommt es zu einer zentralen Abflachung und peripheren Versteilung, wodurch ein myoper Defokus entsteht, der die Myopieprogression hemmen kann. Metaanalysen belegen eine Reduktion des axialen Längenwachstums, insbesondere bei kleineren optischen Zonen mit größerem Defokusbereich. Dennoch ist die Studienlage zu Nebenwirkungen und Langzeiteffekten begrenzt. Die Anwendung erfordert eine hohe Compliance und gute Hygiene, was bei Kindern und Jugendlichen herausfordernd sein kann. Zudem ist Ortho-K meist auf etwa −5,0 dpt begrenzt. Ein Risiko stellt die kontaktlinsenassoziierte Keratitis dar (ca. zwei bis vier pro 10.000). Insgesamt gilt Ortho-K als wirksame, aber überwachungsbedürftige Option zur Myopiekontrolle. Zudem sind multifokale oder bifokale Tageslinsen verschiedener Hersteller verfügbar, die unabhängig von der Blickrichtung gleichzeitig scharfe und unscharfe Bildanteile erzeugen. Die Netzhaut verarbeitet diese Ebenen zu einer mittleren Fokusebene, wobei der periphere Nahteil ein scharfes Bild liefert und so einen myopen Defokus induziert. Auch für diese Linsen wurde eine Hemmung des axialen Längenwachstums nachgewiesen. Eine 6-Jahres-Studie zu Dual-Focus-Tageslinsen zeigte zudem anhaltende Effekte auf die Myopieprogression; in der initialen randomisierten 3-Jahres-Phase wurde eine Reduktion der Progression des sphärischen Äquivalentes um 59 % sowie der Achslängenzunahme um 52 % im Vergleich zu Einstärkentageslinsen berichtet.
Multisegmentbrillengläser
Multisegmentgläser verfolgen ein ähnliches Prinzip und werden mittlerweile von mehreren Herstellern angeboten. Charakteristisch ist die Integration zahlreicher kleiner Pluslentikel in die mittlere Peripherie des Brillenglases, wodurch neben der scharfen zentralen Abbildung gezielt ein peripherer myoper Defokus erzeugt wird, der wachstumshemmend auf die axiale Augenlänge wirken soll. Klinische Studien zeigen eine signifikante Reduktion der Myopieprogression in einer Größenordnung von etwa 0,4 bis 0,8 dpt beziehungsweise 0,2 bis 0,4 mm axialer Längenentwicklung über zwei Jahre. Hinsichtlich der Sehfunktionen zeigen sich keine signifikanten Beeinträchtigungen der Nahsehschärfe oder der Stereopsis, wenngleich beim seitlichen Blick durch die Lentikelzonen gelegentlich leichte, meist gut tolerierte Unschärfen auftreten können. Mittlerweile sind auch Langzeitdaten verfügbar, die die Effektivität bestätigen. In der augenoptischen Versorgung nimmt die Bedeutung dieser Gläser zu. Daher sind auch in der augenärztlichen Praxis fundierte Kenntnisse und eine gezielte Beratung erforderlich, um im Rahmen eines interdisziplinären Ansatzes für jedes Kind eine individuell geeignete, evidenzbasierte Therapieoption auszuwählen.
Medikamentöse Therapie mit Atropin
Bereits 1874 wurde beschrieben, dass Atropin die Myopieprogression verlangsamen kann, wobei der genaue Wirkmechanismus bis heute nicht abschließend geklärt ist. Atropin wirkt als nicht selektiver Antagonist muskarinischer Rezeptoren in verschiedenen okulären Geweben und interagiert zusätzlich mit α2-adrenergen sowie GABA-Rezeptoren (GABA, Gamma-Aminobuttersäure) und Rezeptortyrosinkinasen. Diskutiert werden unter anderem eine dopaminvermittelte Signalwirkung mit Zunahme der Aderhautdicke sowie hemmende Effekte auf sklerale Umbauprozesse, wodurch das axiale Längenwachstum reduziert werden kann. Klinische Studien der letzten 25 Jahre belegen, dass Atropin die Myopieprogression und das axiale Längenwachstum wirksam verlangsamt, wobei sowohl Effektivität als auch Nebenwirkungen klar dosisabhängig sind. Hohe Konzentrationen (0,5 bis 1 %) zeigen zwar eine starke Wirkung, gehen jedoch dosisabhängig vermehrt mit Mydriasis, Zykloplegie, Photophobie und Nahsehproblemen sowie einem ausgeprägteren Rebound nach Therapieende einher. Diese Nachteile haben dazu geführt, dass niedrig dosiertes Atropin zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, da es ein günstigeres Verhältnis zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit bietet. Seit 2019 wurden mindestens 21 randomisierte Studien zu 0,01 % Atropin publiziert, die konsistent eine moderate Wirksamkeit zeigen, mit einer medianen Reduktion der axialen Längenprogression von etwa 0,08 mm nach einem Jahr und 0,12 mm nach zwei Jahren.
Low-dose-Atropin (0,01 %)
Bislang stand zur Verlangsamung der Myopieprogression in Deutschland Atropin ausschließlich in Form individuell hergestellter Rezepturen zur Verfügung. Seit Juni 2025 steht ein zugelassenes niedrig dosiertes Atropinpräparat (0,01 % Atropin) zur Verlangsamung der Myopieprogression bei Kindern und Jugendlichen in Europa zur Verfügung. Die Behandlung kann bei Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 14 Jahren mit einer jährlichen Progressionsrate von 0,5 dpt oder mehr und mit einem Schweregrad von –0,5 dpt bis –6,0 dpt initiiert werden. Grundlage der Zulassung waren die positiven Ergebnisse der STAR-Studie, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, vehikelkontrollierten Phase-III-Studie mit 847 Kindern im Alter von drei bis 14 Jahren. Eingeschlossen wurden Patienten mit Myopie zwischen −0,5 und −6,0 dpt, Astigmatismus ≤1,5 dpt, geringer Anisometropie sowie guter bestkorrigierter Sehschärfe, wobei ausschließlich Monofokalbrillen oder weiche Kontaktlinsen erlaubt waren, um andere Therapieeffekte auszuschließen. Insgesamt zeigte sich in der Verumgruppe eine konsistente progressionshemmende Wirkung über alle Untersuchungszeitpunkte hinweg, mit besonders ausgeprägter Wirkung bei Kindern mit höherem Progressionsrisiko: Zum Monat 24 war die jährliche Progressionsrate in der mit 0,01 % Atropin behandelten Gruppe um 0,13 dpt/Jahr geringer (primärer Endpunkt). Bei der vorab festgelegten Subgruppe mit einer jährlichen Progressionsrate von 0,5 dpt/Jahr oder mehr wurde ein größerer Behandlungseffekt beobachtet. In dieser Gruppe betrug der Unterschied der mittleren jährlichen Progressionsrate für 0,01 % Atropin im Vergleich zum Vehikel nach 24 Monaten 0,21 dpt/Jahr (95%-KI: 0,112, 0,302) und nach 36 Monaten 0,154 dpt/Jahr (95%-KI: 0,073,0,236). Dies entspricht einer Veränderung des sphärischen Äquivalentes um 0,39 dpt in drei Jahren. Bei jüngeren Altersgruppen wurden größere Effektstärken beobachtet. Insgesamt wurde die Behandlung gut vertragen, nur etwa 0,4 % der Patienten unter 0,01 % Atropin brachen die Behandlung aufgrund eines unerwünschten Ereignisses in der 24-monatigen Studie ab, und behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse wurden meist als leicht bis mittelschwer eingestuft. Die Behandlung mit 0,01 % Atropin erfolgt in der Regel einmal täglich abends mit einem Tropfen pro Auge. Eine regelmäßige augenärztliche Verlaufskontrolle ist essenziell, und bei stabiler Myopie (Progression <0,5 dpt über zwei Jahre) kann ein Auslassversuch erwogen werden, der durch eine mindestens einjährige Nachbeobachtung begleitet werden sollte.
Beurteilung der Myopieprogression
Einen zentralen Parameter zur Beurteilung und Steuerung im modernen, altersadaptierten Myopiemanagement stellt die Achslängenmessung dar, da sie das strukturelle Fortschreiten der Erkrankung direkt und objektiv abbildet. Sie gilt als robuster Parameter im Vergleich zur nicht zykloplegischen Refraktion. Dabei kann anhand altersabhängiger Normwerte für die Achslänge (vergleichbar den Perzentilkurven zum Längenwachstum) das individuelle Wachstum mit dem Achsenlängenwachstum eines altersgleichen emmetropen Auges verglichen werden. So können Kinder mit einem Risiko für eine Myopieprogression frühzeitig identifiziert und Therapieeffekte zuverlässig beurteilt werden. Digitale Tools wie Myopia Solutions oder PreMo können ergänzend genutzt werden, um auf Basis von Achslänge, Refraktion und weiteren Faktoren individuelle Risikoprofile zu berechnen und Therapieeffekte anschaulich zu visualisieren. Dies kann auch die Kommunikation mit Eltern und Kindern erleichtern. Aktuelle Daten bestätigen die hohe klinische Relevanz der Achslänge als Verlaufsparameter. Insbesondere Werte im oberen Perzentilbereich bzw. in Richtung >26 mm gehen mit einem erhöhten Risiko für myopieassoziierte Folgeerkrankungen einher. Aktuelle Studiendaten zeigen, dass frühzeitig hohe Achslängenwerte und -zunahmen (z. B. im Alter von acht bis 13 Jahren) signifikante Prädiktoren für eine spätere hohe Myopie sind.
Tipps und Tricks für den Praxisalltag – Kombinationstherapie
Im Praxisalltag kann eine Kombinationstherapie aus optischen Maßnahmen und niedrig dosiertem Atropin sinnvoll und häufig wirksamer sein als eine Einzelmaßnahme, auch wenn sich die Effekte nicht linear addieren. Besonders bei jungen Patienten mit hoher Progressionsrate, frühem Myopiebeginn oder erhöhter Achslänge kann ein kombinierter Ansatz erwogen werden. Studien zeigen additive Effekte, etwa bei der Kombination von Orthokeratologie und niedrig dosiertem Atropin (≤0,05 %), mit einer zusätzlichen Reduktion des axialen Längenwachstums um etwa 0,12 mm im Vergleich zur Monotherapie. In der Praxis kann eine Kombinationstherapie insbesondere bei jungen Patienten mit hoher Progressionsrate, auffälliger Achslänge oder einem erhöhten Risiko für hohe Myopie erwogen werden. Gerade bei Jugendlichen mit intensiver sportlicher Belastung kann sich eine Kombination aus Brillengläsern oder Kontaktlinsen mit Atropin als hilfreich erweisen. Einheitliche Empfehlungen zur optimalen Kombination und Sequenz der Maßnahmen existieren bislang nicht; die Therapieentscheidung erfolgt individuell anhand von Faktoren wie Alter, Progression, Achslänge, Verträglichkeit, Alltagssituation und familiärer Anamnese. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, insbesondere mit Pädiatern und Augenoptikern, ist dabei hilfreich.
Fälle aus dem klinischen [DS1.1][JW1.2]Alltag (Die folgenden Fallbeispiele stellen individuelle Verläufe dar und erlauben keine generalisierbaren Aussagen zur Wirksamkeit.)
Fall 1
Ein heute 13-jähriger Junge wurde erstmals im Alter von zehn Jahren vorstellig (–1,0 dpt Sph; –0,5 Zyl in beiden Augen; Sph, Sphäre; Zyl, Zylinder) und zunächst mit einer monofokalen Brille versorgt. Beide Eltern waren myop (Vater nach LASIK, mit unbekanntem Ausmaß der zuvor bestehenden Myopie). Innerhalb weniger Monate zeigte sich eine deutliche Progression der Myopie (bis –1,75 dpt Sph), sodass eine Therapie mit Atropin 0,01 % (zu diesem Zeitpunkt off Label) eingeleitet wurde. Trotz anfänglicher Stabilisierung im ersten Jahr kam es im Verlauf zu einer weiteren Zunahme der Myopie (–2,0 dpt Sph; >1,5 dpt Zyl). In der Folge wurde mit den Eltern eine Therapieanpassung besprochen (Erhöhung der Atropin-Dosis vs. Kombinationstherapie). Die Eltern entschieden sich für die Ergänzung eines Multisegmentglases. Unter dieser Kombination konnte der Befund vorerst stabilisiert werden.
Fall 2
Ein Junge erhielt bereits im Alter von zwei Jahren (2015) erstmals eine Brillenverordnung. Initial zeigte sich eine ausgeprägte Hyperopie mit deutlichem Astigmatismus beidseits. Die augenärztlichen Kontrollen erfolgten in Abständen von etwa drei bis vier Jahren. Im Verlauf fiel eine kontinuierliche Abnahme der anfänglichen Hyperopiereserve auf. Seit Anfang 2021 befand sich der Patient im Bereich einer leichten Myopie bzw. Prämyopie (+0,75 –3,5/5°; +0,75 –2,0/2°), bevor sich bis Ende 2024 eine manifeste Myopie entwickelte. Bei einer weiteren Kontrolle im Juli 2025 wurde eine erneute Progression festgestellt, woraufhin eine Therapie mit niedrig dosiertem Atropin (0,01 %) eingeleitet wurde. Seit Beginn dieser Behandlung zeigt sich ein stabiler Befund ohne weitere Progression. Nach heutigem Kenntnisstand wäre möglicherweise ein früherer Beginn der medikamentösen Therapie zu erwägen gewesen. Die Fortführung der Behandlung nach dem 14. Geburtstag wird derzeit mit den Eltern besprochen.
Fall 3
Ein achtjähriger Junge stellte sich im Frühjahr 2022 mit bereits bestehender Myopie von –2,5 dpt vor; beide Eltern waren ebenfalls kurzsichtig. Initial erfolgte die Versorgung mit einer monofokalen Brille. Im Verlauf der folgenden drei Jahre zeigte sich jedoch eine kontinuierliche Myopieprogression auf –4,5 dpt. Angesichts dieser Entwicklung wurde im Juli 2025 eine Therapie mit niedrig dosiertem Atropin (0,01 %) eingeleitet. Innerhalb des bislang beobachteten halben Jahres konnte damit eine Stabilisierung des Befundes erreicht werden. Die zu Beginn der Atropin-Therapie gemessene Achslänge lag mit etwa 25 mm im oberen altersentsprechenden Perzentilbereich, was auf ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer hohen Myopie hinweist und die Entscheidung zum Beginn einer medikamentösen Behandlung unterstützt. Für den weiteren Verlauf ist bei erneuter Progression eine Intensivierung im Sinne einer Kombinationstherapie, beispielsweise mit Multisegmentgläsern oder Orthokeratologie, vorgesehen. Aktuell zeigt sich der Befund jedoch stabil, was als positiver Zwischenverlauf gewertet werden kann.
Fall 4
Ein heute 17-jähriger Junge wurde erstmals im Alter von drei Jahren (2012) mit einer Myopie von –1,5 dpt vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt standen noch keine etablierten Strategien des Myopiemanagements zur Verfügung. Bis Anfang 2020 zeigte sich eine zunehmende Myopisierung, sodass im Alter von etwa elf bis zwölf Jahren eine Therapie mit niedrig dosiertem Atropin (0,01 %, damals off Label) eingeleitet wurde, unter der zunächst eine Stabilisierung erreicht werden konnte. Bei einer Kontrolle Mitte 2022 fiel jedoch eine erneute Progression auf. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die Therapie eigenständig und ohne augenärztliche Rücksprache durch die Eltern abgesetzt worden war, da diese von einer festen Behandlungsdauer von zwei Jahren ausgegangen waren. Nach ausführlicher Aufklärung wurde die Atropintherapie erneut begonnen. Im weiteren Verlauf zeigte sich von 2022 bis 2024 erneut eine stabile Achslängenentwicklung. Eine ergänzende Versorgung mit Multisegmentbrillengläsern wurde angeboten, jedoch aus Kostengründen bislang nicht umgesetzt.
Fazit
- Weltweit nimmt die Myopie zu, allerdings mit großen regionalen Unterschieden.
- Myopie, insbesondere hohe Myopie, ist mit einem hohen Risiko für sehkraftgefährdende Folgekomplikationen verbunden
- Mit jeder zusätzlichen Dioptrie Myopie steigt das Risiko für Folgekomplikationen deutlich an.
- Verschiedene Therapieoptionen stehen zur Verfügung, um die Entstehung einer Myopie hinauszuzögern oder deren Progression zu verlangsamen.
- Mit Atropin 0,01 % steht ein erstes zugelassenes Fertigarzneimittel zur Verlangsamung der Myopieprogression zur Verfügung.
- Die Entscheidung für pharmakologische und/oder optische Maßnahmen sollte für den individuellen Patienten in Abhängigkeit von Alter, Refraktionswerten und Refraktionsentwicklung getroffen werden.
Bildnachweis
Mariia Vitkovska – istockphoto.com
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Folgende Firma tritt als Sponsor auf: Santen GmbH mit 15.490 €. Die Gesamtaufwendungen belaufen sich auf 21.900 EUR.
Potenzielle Interessenkonflikte
Prof. Dr. med. Alireza Mirshahi erhielt Forschungsunterstützung von Novartis, Roche, Johnson & Johnson, Bayer sowie Honorare von Novartis, Roche, Johnson & Johnson, Bayer, Eyefox, Alcon, Santen, Zeiss, Celltrion, Elios, Hoya, Glaukos
Dr. med. Astrid Sader-Moritz erhielt Honorare von Alimera, Bayer, Novartis, Roche, Bayer, Essilor, Santen

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