
Update Impfen: Aktuelle Empfehlungen und neue Technologien
Aufzeichnung der CME-Lounge vom 03.07.2025
Impfmanagement
Daten der Techniker Krankenkasse belegen, dass in der Wintersaison 2024/25 lediglich 38 Prozent der über 60-jährigen Versicherten eine Grippeimpfung erhielten – der niedrigste Wert seit der Zeit vor der Pandemie. Die von der EU angestrebte Quote von 75 Prozent wird damit nur zur Hälfte erreicht.
Daher ist es entscheidend, Patienten kontinuierlich an anstehende Impfungen zu erinnern. Neben dem direkten Arztgespräch bieten sich hierfür Vorsorgeuntersuchungen, Ersttermine neuer Patienten sowie Gespräche mit dem Praxispersonal an. Für saisonale Impfungen wie die Grippeimpfung kann zusätzlich Informationsmaterial im Wartebereich ausliegen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stellt beispielsweise Plakate, Flyer und Broschüren bereit. Besonders wichtig ist die Impfberatung bei Kinderwunsch, während der Schwangerschaft, nach Verletzungen oder vor Auslandsreisen.
Für einen reibungslosen Ablauf des Impfmanagements braucht es eindeutige Zuständigkeiten und eine effektive Kooperation zwischen ärztlichem und nichtärztlichem Personal. Qualifizierte medizinische Fachangestellte können verschiedene Aufgaben übernehmen, darunter subkutane und intramuskuläre Injektionen, die Kontrolle von Impfausweisen, die Lagerverwaltung und Bestellungen. Regelmäßige Fortbildungen halten das Team über Neuerungen auf dem Laufenden und ermöglichen die Einarbeitung in Impfsoftware-Systeme.
Digitale Unterstützungssysteme
Impfsoftware kann bei der Dokumentation, Terminplanung, dem Versand von Erinnerungen und der Abrechnung unterstützen. Meist werden diese Programme über Schnittstellen mit dem Praxisverwaltungssystem verbunden und mit Patienteninformationen synchronisiert. Oft ist bereits eine Impfsoftware im PVS integriert, muss jedoch aktiviert werden. Nach der Verknüpfung erstellt die Software personalisierte Impfpläne unter Berücksichtigung der STIKO-Empfehlungen, kassenspezifischer Impfungen und regionaler Gegebenheiten. Ein Farbsystem signalisiert für jeden Patienten, ob eine Impfung sofort erforderlich (rot), bald fällig (orange) oder nicht notwendig (grün) ist. Die Programme erfassen zudem berufliche, gesundheitliche und reisebezogene Impfindikationen, sofern entsprechende Informationen vorliegen. Auch beim Bestellwesen sind sie hilfreich: Sie melden, wenn Impfstoffe oder Material nachbestellt werden müssen, und generieren Listen für Patienten, die an Impfungen erinnert werden sollen.

